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Biografie The Ragtime Rumours

Dies geht an alle zermürbten Musikliebhaber. The Ragtime Rumours sind gekommen, um euch aufhorchen zu lassen. In einer Zeit, in der die abgestumpfte Musikindustrie nur noch nach ihren klanglosen Formeln arbeitet, kommen diese zeitreisenden niederländischen Visionäre und widersetzen sich jedwedem Reglement – und diese rebellische Haltung findet man über und über auf Rag ‘N Roll. Auf diesem revolutionären Debutalbum ist alles möglich, wenn die Geister von Robert Johnson und Django Reinhardt auf die Einflüsse von Tom Waits und Pokey LaFarge treffen, und dabei elf selbstgeschriebene und ein traditioneller Song herauskommen, die sowohl in den 1920er Jahren als auch 2018 entstanden sein könnten. „Wir verbinden unsere Liebe zu Ragtime-Musik mit den Stilrichtungen Blues, Gypsy-Jazz und Rock ’n‘ Roll“, erklärt die Band. „Wir nennen das Rag ’n‘ Roll.“

Es war ein raketengleicher Aufstieg für das Line-up bestehend aus Tom Janssen (Lead Vocals, Akustikgitarre, Banjo), Niki Van Der Schuren (Kontrabass, Vocals, Flöte, Baritonsaxophon), Thimo Gijezen (E-Gitarre, Akkordeon, Klavier, Vocals) und Sjaak Korsten (Schlagzeug, Kazoo, Waschbrett, Vocals). Spult man nur ein paar Jahre zurück, begann der Weg von The Ragtime Rumours wie der jeder anderen jungen Band: Als Straßenmusiker malochend spielten sie außerdem in jeder Kellerbar, die sie lassen würde. Doch dieses talentierte Quartett setzte sich schnell von den anderen Bands ab und begründete seine Karriere mit dem Sieg bei einigen sehr prominenten Wettbewerben: Sie machten den ersten Platz beim BRUL-Wettbewerb 2015, stürmten das Finale der Dutch Blues Challenge 2017, vertraten die Niederlande bei der International Blues Challenge in Memphis, Tennessee, und gewannen – vielleicht am beeindruckendsten- die diesjährige European Blues Challenge im norwegischen Hell.

All diese Titel – plus die erfolgreichen internationalen Tourneen durch Norwegen, Italien und Großbritannien – ließen keinen Zweifel daran, dass The Ragtime Rumours eine Bühne zum Beben bringen können. Es gab aber auch schon frühere Hinweise auf ihr Können im Studio. So verließen zum Beispiel die von Kritikern gefeierte EP Ain’t Nobody und die Spitzensingle Love & Lust kaum die Playlists der Radiostationen in ihrer niederländischen Heimat. Jetzt fängt Rag ‘N Roll die Ausgelassenheit und Energie ein, die man sonst verspürt, wenn man die Band aus erster Reihe live sieht. „Als wir dieses Album machten, gab es einen Haufen Nonsens, Spaß und Musik, wie immer“, erinnert sich die Band. „Wir wollten, dass es aufrichtig und authentisch klingt. Es wird den Menschen das Live-Gefühl geben, genauso wie auf der Bühne.“

Doch Rag ‘N Roll bringt uns auch eine ganze Reihe neuer Songs, die bestätigen, dass The Ragtime Rumours eine der kreativsten Bands der heutigen Zeit ist. Das Album startet stilsicher mit „Way Too Smart“, das durch seinen Hochgeschwindigkeits-Groove und die Texte überzeugt. Weitere Juwelen hört man zum Beispiel bei dem bluesigen, von der Harmonika bestimmten „Hookman“ oder dem flinken, nahezu Django-haften Gitarrenlicks bei „The Cigar“. Doch das Tempo ändert sich auch, etwa beim Honky-Tonk-Intro von „Stop That Train“, während das jazzige, von Van der Schuren mit herzzerreißendem Schmerz in der Stimme gesungene „Holly Woedend“ zu Tränen rührt.

Die Songtexte sind die andere Trumpfkarte des Albums. Sie sind alles, außer den gewöhnlichen „Junge-trifft-Mädchen-Geschichten“; sie sind oft lustig, ab und zu düster, manchmal surreal (oder eine Mischung aus allem). Es geht um Geld, sowohl beim völlig abgebrannten „Way Too Smart“ als auch beim knauserigen „Turn Every Dollar“ („I’m a cheap, cheap, cheap fucker“). Es geht um gescheiterte Beziehungen wie bei „Everywhere I Go“, wenn Janssen versucht einer früheren Freundin davonzulaufen („Drove planes, boats, trains, cars, rode on a camel’s back, oh, in my head I knew you would be back“). Es gibt auch klassische Story-Songs wie „Hookman“ und „Stop That Train“ mit ihren verrückten Charakteren. „Die Lieder sind über das das alltägliche Leben, nur sehr übertrieben“, beschreibt die Band ihre Songtexte, „und über die bemerkens- und bedauernswerten Menschen, die wir getroffen haben.“

In einer Welt, in der du denkst, du hättest bereits alles gehört, addiert sich das Talent von The Ragtime Rumours zum frischesten Debutalbum, das du dieses Jahr hören wirst. Diese Band mag die Jahre mit ihrer unwiderstehlichen „Vintage-Modern-Musik“ zurückdrehen – doch ihre Zeit ist jetzt.

Biografie Jeremiah Johnson

Wenn man einen Spaziergang entlang des Mississippis macht und sich in einer Bluesbar in St. Louis niederlässt, wird das Gespräch bald auf den Musiker kommen, der der Stadt ihren Soundtrack gegeben hat. Jeremiah Johnson hat sich seinen guten Ruf hart erarbeitet. Während seiner bereits zwei Jahrzehnte andauernden Karriere, gab es auch immer wieder Kämpfe und Narben – von der Einsamkeit eines Lebens auf Tour ganz zu schweigen. Doch der harte Weg hat ihn als Künstler geprägt und schließlich zu Straitjacket geführt: Das ungeschminkte Meisterwerk bringt es ohne Umwege auf den Punkt. „Dieses Album ist echter amerikanischer Rock ’n‘ Blues mit Südstaaten-Soul“, erzählt Johnson. „Ich schließe einfach meine Augen und fühle, wie die Musik durch mich hindurch fließt...“

Nur wenige sind besser qualifiziert, um Amerikas modernen Melting Pot von Menschen, Kulturen und Musikgenres zu kommentieren. Im autobiographischen „9th & Russel“ erzählt uns der Bandleader, wie er in St. Louis Erfahrungen sammelte und dann sein Handwerk in Houston verfeinerte, wo er drei Jahre in Folge die Regional Blues Challenge gewann. Doch es war die Rückkehr in die Heimat im Jahr 2009, die für ihn den Durchbruch brachte, als er die Bühne der legendären Hammerstone’s Bluesbar betrat und die musikalischen Stile der beiden Städte in seinen einzigartigen Songs verband.

Seitdem hat er 2011 die St Louis Blues Society Challenge gewonnen, viel gerühmte Alben veröffentlicht (darunter auch das 2014 von Devon Allman produzierte Grind und das genreübergreifende Blues Heart Attack von 2016) und stand im Mittelpunkt der Dokumentation „Ride The Blues“, die Johnsons oft steinigen Karriereweg in der Musikszene zeigt. „Lasst mich einfach nur sagen, dass ich meine Erfahrungen mit Drogen und Alkohol gemacht habe“, erzählt er, „und ich brauchte lange, um dieses Problem in den Griff zu bekommen.“

Auf seinem neuen Album Straitjacket offenbart Johnson nun förmlich seine Seele. Die Produktion übernahm St. Louis‘ Lieblingssohn Mike Zito in dessen texanischen Mars Studios. Die erstklassige Besetzung mit Frank Bauer am Saxophon und Vocals, Benet Schaeffer am Schlagzeug und Tom Maloney am Bass verlangte danach, dass die Songs direkt aufgenommen werden mussten. „Wir wollten ein Live-Gefühl erzeugen“, erklärt Johnson. „Es gibt sicher viele Stellen, an denen ich ein besseres Solo spielen oder an denen ich mich mehr auf die Texte konzentrieren könnte. Doch letztendlich war es so gerade perfekt. Echt, menschlich, lebendig, unvollkommen vollkommen.“

Unbearbeitet und ohne Umschweife präsentiert, beschreiben diese Songs Johnsons Geschichte, Gedanken und Platz in der Welt. Johnson kann ausgelassen sein wie etwa bei dem schnellen, funkig-bluesigen Titelsong, in dem er sich über eine kontrollsüchtige Freundin beklagt, oder bei dem groovigen „Dirty Mind“, in dem es um die nächtlichen Anrufe einer Geliebten geht, die „ein bisschen Gesellschaft“ sucht. An anderer Stelle gibt es aber auch persönliche Momente wie bei „Keep On Sailing“ oder sozialkritische Kommentare wie bei „Believe In America“ und „Old School“. „Bei ‚Keep On Sailing‘ geht es um die Erkenntnis, dass die Leute, die man um sich hat, nur wegen der Drogen und des Alkohols da sind“, erklärt er. „‚Believe In America‘ beschreibt die Geldprobleme der Menschen und eine Regierung, die uns kleinen Leute einfach zurücklässt – aber ich sehe auch Menschen, die immer noch Vertrauen in unser Land haben. ‚Old School‘ ist wahrscheinlich der wichtigste Song auf diesem Album. In meiner Kindheit haben wir uns auch geprügelt. Wir haben unsere Lektion daraus gelernt und sind dann auseinander gegangen“. Heute zieht einer einfach seine Waffe...“

Es mag zwar auch Gewitterwolken auf Straitjacket geben, doch das Album endet mit einem Sonnenstrahl, wenn die Band bei Alvin Lees „Rock & Roll Music To The World“ es hörbar genießt, zusammen zu spielen und die Energie fast greifbar wird. („Wir haben einfach aufgedreht und losgelegt“). Johnson hofft, dass es euch genauso geht: „Ich möchte, dass sich die Leute diese Platte vom Anfang bis zum Ende anhören, bei einer Party richtig aufdrehen und mal so richtig abschalten können, wenn sie mit dem Auto oder der Harley-Davidson durch die Nacht fahren. Ich will, dass die Menschen sich komplett darauf einlassen und dabei ihren Gefühlen freien Lauf lassen.“

Biografie Victor Wainwright

Es musste ein Zug sein. Der Name von Victor Wainwrights neuer Band und das Coverbild ihres Debutalbums ist die wahrscheinlich passendste Metapher überhaupt. In der Musikgeschichte erweckt ein Zug Assoziationen zu den ganz frühen Bluesmusikern, die mit Güterzügen durch das Land zogen. Doch das neueste Projekt von diesem ruhelosen Boogie-Woogie-Rocker, der immer wieder eine Schippe nachlegt, ähnelt eher einer Lokomotive, die immer weiter voranprescht, Genregrenzen überwindet, neuen Sound aufwirbelt und ratternd an ihren Skeptikern vorüberrollt. Wie der Bandleader in dem vom Pianosound getragenen Titelsong selbst singt: „If you wanna boogie get aboard this train/Get yourself a ticket or get out of the way... “.

An einem Höhenpunkt seiner Karriere, an dem sich die meisten anderen Künstler erst einmal auf ihren Lorbeeren ausruhen, rollen Victor Wainwright & The Train stattdessen alles noch einmal neu auf. Diese zwölf Songs, die alle aus der Feder von Wainwright stammen, dehnen frech das Konzept der Rootsmusik aus und lassen jeden aufhorchen, der nur noch die Produktionen der sterilen Musikindustrie gewöhnt ist. „Ich wollte die neuen Songs hauptsächlich selbst schreiben“, erklärt er, „so wie es mir in den Sinn kommt. Ich glaube, dass wir ein neues Publikum erreichen müssen, wenn wir wollen, dass Rootsmusik sich weiterentwickelt.“

Das Ergebnis ist ein Album, das einen Balanceakt zwischen der Achtung der Tradition und anarchischer Respektlosigkeit vollführt. Ihr werdet Wainwright hören, wie er Boogie-Woogie-Tradition mit Kneipenhits mischt wie etwa bei „Healing“ und „Boogie Depression“, die beide von seinem gefühlvollen Pianospiel bestimmt werden. Doch ihr werdet auch hören, wie er furchtlos die ganze Bandbreite des Genres erkundet – von lateinamerikanischen Einflüssen und New Orleans’ Bläsern bei „Wiltshire Grave“ bis hin zum sanften, beinahe psychedelischen „Sunshine“.  

Es ist ein musikalischer Cocktail, der da von Wainwrights unnachahmlicher Stimme serviert wird. Seine Texte können urkomisch sein wie bei „I’ll Start Tomorrow“, bei dem er die Empfehlung seines Arztes, gesünder zu leben, auf später verschiebt. Aber es geht auch tiefgründiger wie es der Gospel-gefärbte Laufpass von „That’s Love To Me“ beweist. „Ich habe versucht Songs zu schreiben, die uns daran erinnern, uns selbst zu lieben“, erklärt er. „Es ist nicht wichtig, wen du gewählt hast, welcher Religion du angehörst oder wen du liebst...“.

Bei dieser hochspannenden Fahrt schafft es nur The Train die Songs auf der Strecke zu halten. „Ich habe eine Killerband von geradezu fantastischen Musikern zusammenbekommen“, erinnert sich Wainwright. „Sie teilen meine Neugierde für sämtliche Bereiche der Rootsmusik. Wir wollten das Gefühl irgendwie einfangen, das wir haben, wenn wir zusammen spielen und ich glaube, das haben wir geschafft. Und so versuche ich es jetzt weiterzumachen.“

In Wahrheit ist Wainwright schon immer ein Künstler gewesen, der das Tempo vorgibt. In einer musikalischen Familie in Savannah, Georgia, aufgewachsen haben ihn vor allem der Gesang seines Vaters und die Boogie-Woogie-Musik, die sein Großvater auf dem Klavier spielte, beeinflusst und in ein Leben für die Musik getrieben. Nachdem er bei Southern Hospitality und seiner Zusammenarbeit mit Stephen Dees bei WildRoots die Bühnen und Lautsprecher bereits seit über einem Jahrzehnt zum Beben gebracht hat, stellte er im Jahr 2005 sein Talent endlich auch mit der Veröffentlichung seines ersten Soloalbums unter Beweis. „Auf seine Karriere zurückzublicken ist wirklich nicht leicht“, sagt Wainwright. „Es gibt viele Herausforderungen. Doch wenn du es hinbekommst, dann kann es dich auch extrem bereichern.“

Als Mann vieler Talente ist Wainwright Komponist, Produzent, Sänger, Pianist und preisgekrönter Entertainer. Als langjähriger Anführer der Boogie-Woogie-Riege kann er Gewinne bei den Blues Music Awards und den Blues Blast Awards ebenso vorweisen wie ein Repertoire, das es immer wieder in die Billboard Top 10 schaffte. Doch statt in Erinnerungen zu schwelgen möchte Wainwright euch lieber mit auf die nächste Reise nehmen.   „Natürlich gibt es auf diesem Album auch noch Songs, die einfach nur richtig abgehen sollen wie zum Beispiel „The Train““, erzählt er lachend. „Aber wenn ihr euch die Texte anhört, versteht ihr, dass ich eigentlich nur sagen will, dass ihr mit in den Zug einsteigen solltet...“

Biografie Ghalia

Einige Alben nehmen dich sofort gefangen. Wie die gedämpften Klänge, die du im Vorbeigehen an einem von New Orleans’ Juke-Joints hörst, kommt auch Let The Demons Out einem Rock ’n’ Roll-Lockruf gleich, der dich hellhörig macht und dich in seinen Bann zieht. Bei Europas aufstrebendster junger Sängerin und Louisianas heißester R&B-Band ist Widerstand einfach zwecklos.

Wenn du Ghalia Vauthier noch nicht kennst, mach dich bereit für eine Künstlerin, die an der Schwelle zu etwas ganz Großem steht. Ghalias Aufstieg begann 2013 mit Auftritten als Straßenkünstlerin in ihrer Heimatstadt Brüssel und als Musikerin in gleich zwei Bands, The Naphtalines und Voodoo Casino. „Ich glaube, dass die Arbeit als Straßenmusikerin die beste Ausbildung war, die ich bekommen konnte“, erzählt Ghalia. „Du hast nur eine Sekunde, um die Menschen zu überzeugen. Es ist jedes Mal eine Herausforderung – und ich liebe Herausforderungen!“

Ghalia selbst suchte sich bald die größtmögliche Herausforderung von allen: Amerika. Ihre Leidenschaft für feurigen R&B brachte sie in die USA und so zog die Sängerin durch sämtliche Musikhochburgen des Landes – von Chicago und Memphis bis nach Nashville und Mississippi – wo sie die Hallen zum Beben brachte und überall neue Fans gewann. „Das erste Mal in den USA war für mich wie eine musikalische Pilgerfahrt, bei der ich die Orte entdeckte, um die es in all meinen Lieblingssongs geht. Beim zweiten Mal gingen meine Wünsche in Erfüllung. Ich sang dort, wo meine Helden bereits gesungen haben. Ich wanderte durch Gegenden, durch die sie gelaufen sind, und kaufte vielleicht in ihrem Lieblingsspirituosengeschäft ein. Ich fuhr die gleichen Highways entlang und sah mir die Sonnenuntergänge über den gleichen Baumwollfeldern an wie sie. Eines Tages trat ich dann nicht mehr nur mit den lokalen Künstlern auf, sondern bekam meine eigenen Shows.“

Jeder neue Staat war wie ein neues Abenteuer, doch der wahrscheinlich ausschlaggebende war Louisiana, wo der Grundstein für Let The Demons Out gelegt wurde, als Ghalia auf die Lokalmatadoren Johnny Mastro & Mama’s Boys traf. Die Chemie stimmte sofort und sie zog mit ihnen in New Orleans’ Music Shed Studio. „Das Ziel war es, ihre Energie und Erfahrung mit meinen Songs und meiner Stimme zu verbinden“, erklärt sie. „Wir sind eine Symbiose eingegangen und so konnte die Chemie zwischen uns richtig explodieren.“

Mit ihrer Spontanität und dem Vertrauen auf ihr Talent im Gepäck, taten sie es den Legenden der Bluesszene gleich und schnitten die Tracks live. „Wir glauben, dass diese „natürlichen“ Aufnahmen, unsere Musik spontaner und echter machen“, überlegt Ghalia. „Außerdem macht es mehr Spaß und fordert dich mehr.“

Let The Demons Out könnte nicht authentischer sein. Mama’s Boys sind wie der Motor, der diese zwölf Tracks antreibt, und die Funken fliegen nur so zwischen Mastros energiegeladener Mundharmonika, Smokehouse Browns brennender Gitarre, Dean Zuccheros groovendem Bass und den rhythmischen Beats von Rob Lee. Angeführt wird das Ganze jedoch von Ghalias überwältigender Stimme, die sowohl honigsüß sein als auch einem Kriegsgebrüll anmuten kann. „Meine Texte stammen aus Geschehnissen, die mir selbst widerfahren sind, und den emotionalen Reaktionen darauf“, erklärt sie. „Früher sagte man, bei Blues ginge es nicht nur um Wehklagen, sondern auch um Ermutigung. So sehe ich das auch.

Ein anderes Thema, über das ich auch schreibe, ist Freiheit – meine, deine, unsere. Natürlich geht es auch manchmal um Männer. Um Liebe oder um Sex oder um keines von beiden.“

Die Songs machen deutlich, dass Ghalia eine Songwriterin mit unglaublichem Potential ist: So gibt es den furiosen Eröffnungstrack „4am Fried Chicken“, das mitreißende „All The Good Things“ mit seinen fetten Beats und prägnanten Texten („All the good things, babe, they’re bad for you“), das prahlerische „Have You Seen My Woman“ und das unaufhaltsame „Hoodoo Evil Man“. „Press That Trigger“ sprüht durch ein rasantes Gitarrensolo, während die heisere Maultrommel und das donnernde Schlagzeug des Titelsongs an die Stones in ihren besten Zeiten erinnern. Dass die Band überaus facettenreich ist und auch einen anderen Gang einlegen kann, beweisen Tracks wie das beinahe beschwörende „Addiction“ oder „Hey Little Baby“, bei dem Ghalia dir eine hypnotische Melodie einhaucht. Doch das Album endet wieder mit einem Knall: Bei „Hiccup Boogie“ schwingt ein Hauch von Canned Heat mit und der Text lässt den Hörer in seiner Geschichte versunken zurück.

Wenn du neue Hintergrundmusik suchst, schau dich lieber anderswo um. Let The Demons Out fordert deine ungeteilte Aufmerksamkeit und bringt dem Blues neue Bedeutung. „Wir versuchen nicht traditionellen Blues zu kopieren“, sagt Ghalia. „Wir wollen vielmehr versuchen, das Songwriting und Spielen soweit voranzutreiben, dass wir etwas Neues und Frisches kreieren, während der Bluesvibe erhalten bleibt. Im Prinzip versuchen wir eine Balance aus Tradition und Fortschritt zu finden. Darum geht es bei guter Kunst sowieso...“

Biografie Vanja Sky

Vanja Sky ist die neueste Entdeckung von Ruf Records – seit über 20 Jahren ein ertragreicher Nährboden für Nachwuchstalente im zeitgenössischen Blues. Das Label hat außergewöhnliche Künstlerinnen wie Samantha Fish, Erja Lyytinen, Ana Popovic und Joanne Shaw Taylor auf dem Weg zum internationalen Erfolg begleitet. Vanja Sky gehört nun einer nachfolgenden Generation von aufstrebenden Musikerinnen an, die sich mit Energie und Leidenschaft den Blues auf die Fahne schreiben.

Die junge Sängerin und Gitarristin aus der kroatischen Hauptstadt Zagreb lernte den Blues erst vor fünf Jahren bei einem Kneipenkonzert in der Nähe ihres Heimatorts Buzet kennen. „Das war ein verrückter Abend“, lacht sie. „Diese besondere Atmosphäre kann ich gar nicht beschreiben. Auf der Stelle habe ich mich dazu entschlossen, Gitarre zu spielen – und wenn ich eine Entscheidung treffe, bringe ich die Sache auch zu Ende.” Sie bestellte sich im Internet eine billige Gitarre, nahm bei dem Mann Unterricht, der sie mit seinem Spiel begeistert hatte und schmiss nach einiger Zeit ihren gelernten Beruf als Konditorin. Rund zwei Jahre später folgte sie dem Ruf der Musik nach Zagreb. Bei Konzertauftritten in Serbien, Slowenien, Deutschland und ihrem Heimatland sammelte sie wichtige Erfahrung als Sängerin und Gitarristin.

Von da ein Sprung in das Jahr 2017. Schneller als sie es jemals hätte träumen können nimmt Vanja Sky mit einigen der größten Namen im Bluesgeschäft eine Platte auf. Zunächst besucht sie die Bessie Blues Studios in Stantonville, Tennessee, Werkstätte des Grammy-prämierten Produzenten Jim Gaines. Dort spielt sie mit den beiden Gitarrenkollegen Mike Zito und Bernard Allison den knisternden Roadhouse-Blues „Low Down and Dirty“ ein. Wenig später trifft sie sich mit Zito und einer Gruppe von erfahrenen Studiomusikern in Berlin, um weitere elf Stücke aufzunehmen. Das Ergebnis Bad Penny liegt nun vor – eine Mischung aus modernem Electric-Blues und klassischem, schnörkellosem Rock'n'Roll.

„Wir haben die Platte nach dem gleichnamigen Stück von Rory Gallagher genannt, das wir für das Album ja auch gecovert haben. Rory zählt zu meinen Lieblingsmusikern und liegt mir besonders am Herzen.“ Neben der irischen Blues-Rock-Legende nennt Sky Stevie Ray Vaughan und Albert King als wichtige Einflüsse. Ihr geschmackvolles Spiel auf Bad Penny erinnert auch öfters an das des Dire Straits-Gründers Mark Knopfler. Ihr Gesang wird von einer gewissen Aggressivität geprägt, die den rotzigen Rock’n’Roll der Runaways Ende der 70er in Erinnerung ruft.

„Vanjas Songs stecken voller Leidenschaft und Emotionen. Sie ist aber auch ein Spaßvogel und lebt gern in den Tag hinein“, sagt Mike Zito, der die Produktion in Berlin betreute. „Ihre kräftige Stimme und ihre tiefe Liebe zur Bluesgitarre sind ihre größten Stärken.“

Außer von Zito wird Sky auf Bad Penny vom Drummer Matt Johnson und Bassisten Terry Dry unterstützt – zwei schlagkräftigen Rhythmusspielern, die u.a. mit Trudy Lynn und The Mighty Orq schon gearbeitet haben. Auch dabei und ebenfalls aus Texas ist Lewis Stephens, ein gefragter Keyboarder mit Erfahrungen in den Bands von Freddie King, Delbert McClinton und Gary Clark Jr. „Es war zwar ein hartes Stück Arbeit, hat aber tierisch Spaß gemacht“, lacht Vanja Sky. „Die Band hat eine hervorragende Leistung gebracht und dafür gesorgt, dass ich mich im Studio wohl fühle. Es ist ja mein erstes Album. Mike hat mit den Arrangements geholfen, hat mir mit Rat und Tat zur Seite gestanden und mir dazu noch ein paar tolle Gitarrenlicks gezeigt.“

Der in Tennessee aufgenommene Luther Allison-Titel „Low Down and Dirty“ gehört nicht nur zu den Höhepunkten dieses gelungenen Debüts. Der Song ist auch ein vielversprechender Vorbote für das Jahr 2018. Ab Januar ist Sky nämlich gemeinsam mit Bernard Allison und Mike Zito im Rahmen der 14. Ausgabe des Ruf Records Blues Caravan unterwegs. Mit dieser Tour durch Europa und die USA geht für die Kroatin ein Traum in Erfüllung. Dieser existiert seit dem Abend vor fünf Jahren, an dem ihr Leben auf den Kopf gestellt wurde. „Es gibt kein größeres Geschenk auf dieser Welt als die Musik“, ist sie sich seitdem sicher. „Mein Ziel ist es, mit der Musik so viele Menschen wie möglich glücklich zu machen.“

Biografie Vanessa Collier

Vanessa Colliers Zeit ist jetzt. Für uneingeweihte Zuhörer, die diese faszinierende Künstlerin noch nie erlebt haben, wird Meeting My Shadow eine echte Offenbarung sein. Für alle langjährigen Fans, die die Sängerin, Songwriterin und Saxophonistin aus Maryland während ihrer Karriere verfolgt haben, ist dies das lang versprochene klassische Album. „In Meeting My Shadow treffen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aufeinander", merkt Vanessa zu ihrer zweiten Veröffentlichung an. „Eine Hommage an den Geist der Blues-Tradition, eine Reflexion unserer jetzigen Kultur und ein hoffnungsvoller Wunsch nach Wachstum, Verständnis und Integration, das wir uns gemeinsam weiterentwickeln. Es ist auch eine Geschichte von Beharrlichkeit und Bemächtigung, die dazu bestimmt ist Kraft zu teilen und eine erhobene Botschaft zu liefern.“

Jeder betroffene Künstler im Musik-Geschäft wird daran erinnert, dass es so etwas wie einen über Nacht Erfolg nicht gibt. Vanessa hatte bereits während ihres Studiums an dem berühmten Berklee College Of Music ein überschäumendes Potenzial. Jedoch erst auf der Tour mit Grammy-Gewinner Blues-Titan Joe Louis Walker, schöpfte sie aus ihren Vollen. „Ich liebe es,“ sagt sie. „Die Energie der Menschen macht mich lebendig und erlaubt es mir einen Teil zu finden, den ich wirklich nur auf der Bühne präsentiere. Ich liebe besonders den Moment nach einer Show, wenn die Leute zu mir kommen um mich zu treffen und ich sehe ihre Emotionen, weil einer meiner Songs sie berührt hat.“
Ihr Leben veränderte sich. Als das Debütalbum "Heart Soul & Saxophone" im Jahr 2014 veröffentlicht wurde – eine vielschichtige songwriting Palette, beeinflusst von Blues, Funk, Rock und Soul - beehrte Vanessa, als Best Of 2014 Blues Breaker, Dan Aykroyds ikonische House Of Blues Radio Show. Seitdem war sie eine der Top-3-Finalisten im John Lennons Songwriting-Wettbewerb, kämpfte sich 2016 bis zum International Blues Challenge in Memphis vor und teilte Bühnen mit Annie Lennox, Willie Nelson und vielen mehr. „Natürlich gab es auch Rückschläge“, bemerkt sie. „Aber was ist ein Songwriter - oder eine Person - ohne Rückschläge? Ich lerne viel über mich und über meine Mitmenschen und transportiere viele dieser Rückschläge in mein Songs.“
Nun, Meeting My Shadow präsentiert elf Songs, welche die Triumphe und Herausforderungen des Lebens erforschen. „Dieses Album ist wirklich eine Erlebnissammlung“, erklärt Vanessa, „die so vielfältig ist wie die musikalischen Einflüsse, die ich einfließen lasse. Ich schreibe gerne über Themen, mit denen sich das Publikum verbunden fühlt und die universell zum Leben sind. Ich mag jedes Lied, das dich auf eine Reise schickt, sowohl in den Lyrics als auch in der Musik. Dieses Album hat Songs über gemeinsame Kämpfe, Bemächtigung und Beharrlichkeit, die sich anfühlen als könnte man jedes Hindernis überwinden.“
„Dieses Album ist ausgewogen mit witzigen, verspielten Songs die das Leben leichter machen“, sagt sie. „Zum Beispiel, Poisoned The Well ist darüber hängen gelassen zu werden und dabei zu beobachtet wie jemanden das gesamtes Umfeld vergiften, aber es gibt auch eine Kraft die hilft, dies zu akzeptieren und sich immer treu zu bleiben. When It Don't Come Easy ist über Beharrlichkeit und seine Stärke, im vorrankommen zu finden, unabhängig von jeglichen Hindernissen. Dann habe ich Songs wie Two Parts Sugar, One Part Lime und Meet Me Where I'm At, sie sind über die Suche nach dem Spaß im Leben und darüber jeden Tag zu feiern.
Als Bandleader und Co-Produzent war Vanessa die treibende Kraft hinter den letzten Oktober-Sessions im Music + Arts Studio in Memphis. Scannst du die Inlay und findest du sie bei allen Instrumenten von Flöte bis Orgel, unverkennbar ist auch ihre typisch Soul durchtränkten Stimme und das versengende Saxophon. „Das Saxophon ist in jedem Lied eine große Erweiterung meiner Stimme“, merkt sie an, „und man kann wirklich meine Haltung und Emotionen in jedem Lied durch die Art und Weise, wie ich es spiele spüren. Mit meinem Saxophon kann ich jammern, knurren und weinen. Ich kann ein Lied vorantreiben, mit einem starken, nervösen, entfesselten Angriff. Ich kann subtil und schön sein. Ich kann aber auch stark und mächtig sein.“
In der Zwischenzeit dankt Vanessa Co-Produzent Kevin Houston und seinem talentierten Team, die Charakter und Perfektion in ihr neues Material gebracht haben. "Ich habe viel mit T.K. Jackson (Schlagzeug) gelacht, eine aufrichtige Freundschaft mit der sehr talentierten Laura Chavez (Gitarre) gefunden und meine Kiefern nach unten klappen lassen bei der dahingleitenden Gitarrenbearbeitung von Josh Roberts. Ich war tief berührt von Charles Hodges (Klavier) tiefer Beurteilung für meine Musik und meine Fähigkeiten als Songwriter und von Daniel McKees (Bass) Vergleich meiner Musik, mit der von Prince, in diesem meine Musik einfacher und zugänglicher ist, aber dennoch überraschende nuancierte Herausforderung für Musiker bietet. Mit alle Musikern auf meinem Album war es großartig zu arbeiten, und für mich waren diese Sessions ein Möglichkeit meine Musik zum Leben zu erwecken und es mit Menschen auf der ganzen Welt zu teilen. Ich bin super aufgeregt, dies 2017 zu tun. "
2017 bei Ruf Records veröffentlicht, ist Meeting My Shadow der Klang eines aufstrebenden Talents mit einer unaufhaltsamen Eigendynamik. „Ich bin unnachgiebig und leidenschaftlich, bei allem was ich tue“, sagt Vanessa. „Ich bin dazu gemacht aufzutreten und für mich gibt es keine andere Option.
Im großen Ganzen. Los gehts!“

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