Coverstory der aktuellen BluesNews-Ausgabe #56

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Drei Topacts, eine hochkarätige Begleitband, ein Blick in die Zukunft des Blues.

Das Konzept hat sich bewährt. Schon 2005 schickte Thomas Ruf, Kopf der
gleichnamigen, zukunftsweisenden Plattenfirma, das erste Musikertrio aus
seinem Kader ein ganzes Jahr lang auf Tournee. Durch Mitteleuropa, Skandinavien und die britischen Inseln - natürlich mit Unterbrechungen - tingelten damals unter dem Motto "Ladies Night" Candye Kane, Sue Foley und Ana Popovic. Von reichlich Spannungen im beengten Tourbus war die Rede, am Caravan-Konzept musste hier und da auch noch ein bisschen gefeilt werden. Aber dauerhafte Freundschaften sind dabei ebenfalls entstanden. Und vom Publikum erhielt diese etwas andere Form der Livedarbietung sofort eine positive Resonanz.

Foley und Kane hatten sich 2005 natürlich schon längst etabliert. Die gebürtige Belgraderin Popovic, mittlerweile fast noch populärer in den USA als in Europa, war auch kein Geheimtipp mehr. Seitdem hat sich der jährliche BluesCaravan jedoch zu einer Art Debütantinnenball für junge, weniger bekannte Nachwuchsblueser entwickelt. Die Kanadierin Roxanne Potvin nutzte die 2007er-Tour als Sprungbrett. Im Jahr davor kam die Neuentdeckung aus Finnland und hieß Erja Lyytinen. Der Blues Caravan 2008 machte uns mit der feurigen Dani Wilde aus England sowie ihrer hervorragenden amerikanischen Leadgitarristin-Kollegin Laura Chavez bekannt. Lediglich Aynsley Lister und Ian Parker durften bislang die aufstrebende Generation der Bluesmänner auf der Tour vertreten.
Aber auch für diese beiden Engländer führte die Erfahrung zu einer größeren Bekanntheit in ganz Europa und sogar den USA.

Gemeinsame Plattenprojekte der beteiligten Künstler und Künstlerinnen
waren bislang ebenfalls ein wichtiger Aspekt des Caravan-Konzepts von
Ruf. Im Vorfeld der "New Generation"-Tour mit Lyytinen, Parker und Lister reiste das europäische Trio ins Mississippi-Delta und spielte dort mit "Pilgrimage" ein stimmiges Album ein, das als Vorlage für die gemeinsamen Auftritte diente. Im Jahr danach fanden die "Blues Guitar Women" - Sue Foley, Deborah Coleman und Roxanne Potvin - bei den Sessions zu "Time Bomb" schnell zueinander. Die 2008er Tour mit Kane, Deborah Coleman und Dani Wilde wurde derweil auf einer Livescheibe verewigt.

Für die kommende Tour, die die vielsagende Überschrift "Fresh Blues" trägt, ist noch keine gemeinsame Aufnahme geplant. Der wahrscheinliche Grund: Jede/r der drei Künstler/innen hat eine aktuelle Veröffentlichung im Ruf-Katalog stehen. Mit ihrem Durchschnittsalter passen die Jungtalente jedoch zweifellos ins Konzept. Das liegt nämlich bei höchstens Mitte zwanzig, wahrscheinlich sogar ein bisschen drunter. (Bei Frauen soll man ja nicht so genau fragen.) Somit wird der Blues Caravan im fünften Jahr seines Bestehens sogar noch etwas jünger, ja noch etwas frischer als je zuvor.

ERJA LYYTINEN:
"Manchmal habe ich Lust, einfach
abzurocken. Aber ein paar
herzzerreißende Balladen sollen
im Set auch nicht fehlen, damit die
harten Männer im Publikum ihre
Emotionen rauslassen können."

JOANNE SHAW TAYLOR:
"Der entscheidende
Moment kam, als
mir mein Vater das
Stevie Ray Vaughan-Album
‚In The Beginning - Live In
Austin, Texas' vorgespielt
hat. Da habe ich mein
Lebensziel gefunden."

OLI BROWN:
"Das Fantastische am Bluespublikum ist: Die Musik
steht für sie immer an erster Stelle. Der Blues ist halt
keine Modeerscheinung. Er ist langlebig und hat überall
seine loyalen Fans."

Das vollständige Interview gibt es in der aktuellen Ausgabe 56 von bluesnews (im Handel oder unter www.blues-news.de erhältlich).

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