Biografie Dana Fuchs

Im Juli 2013 bei Ruf Records veröffentlicht ist Bliss Avenue Danas bisher ehrlichstes und entschlossenstes Album. Wiederum in Zusammenarbeit mit ihrem Wingman und Gitarristen Jon Diamond entstanden sind dies nicht nur Songs, die einfach niedergeschrieben wurden, sondern aus ihrem tiefsten Inneren kommen, ohne Lack oder Glasur. „Wenn auch nur eine Zeile hingeworfen oder zu perfekt klingt, muss sie noch einmal geschrieben werden“, sagt Dana. „Jedes Wort muss die Stimmung des Songs ausdrücken oder niemand wird es wirklich verstehen können.“
Das Ergebnis ist ein Einblick in das Weltbild der Sängerin, der alles einschließt vom tragischen Verlust ihres geliebten Bruders bis hin zur Einsamkeit eines Lebens auf Tour. „Ich bin aufgeregt und freue mich für die Fans Bliss Avenue zu hören, vor allem für die, die schon solange dabei sind“, erklärt Dana, „denn ich habe wirklich meine Seele in den Texten und der Musik entblößt.
„Ich wurde sehr emotional, bis an den Rand der Tränen,“ gesteht sie, „einige dieser Melodien gehen mir persönlich sehr nahe wie So Hard To Move, Bliss Avenue, Long, Long Game und Vagabond Wind. Ich möchte, dass das Album die Menschen in einer Weise berührt, die sie mit in die Musik einschließt. Nicht nur ‚Hier ist meine Welt und meine Geschichte‘, sondern eher ‚Hier ist meine Geschichte, kannst du es nachempfinden…?“    
Das kann man. Es ist fast unmöglich, nicht von den Songs von Bliss Avenue und ihrer Interpretation eingenommen zu werden. Angeführt von Danas Rauch- und Honigstimme sind diese zwölf neuen Songs auch eine Art Werbekampagne für einige der besten Musiker der US-Szene: mit Diamonds Powerhouse Gitarre, die Intelligenz und Groove mitbringt, Jack Daleys seismischem Bass, Glenn Patscha, dem Zauberer am Hammond, Wurlitzer und Piano, Schlagzeuggott Shawn Pelton – und den stimmungsvollen Backgroundvocals von Tabitha Fair und Nicki Richards.
Die Tracklist dieses musikalischen Dreamteams bezieht Einflüsse aus verschiedensten Musikrichtungen, wozu auch Soul, Roots, Blues und Southern Rock gehören. „Mir war klar, dass man die besten Musiker braucht, um seine Vision zu realisieren“, erklärt Dana. „Es ist ein solch großes Gemeinschaftsprojekt.“
Bis Bliss Avenue war es ein langer Weg. Als jüngstes von sechs Kindern wuchs Dana im ländlichen Florida auf. Prägende Einflüsse gab es damals an fast jeder Ecke: vom Heavy Rock, den ihre Geschwister in der Garage spielten, über die Platten von Ray Charles und Hank Williams ihrer Eltern bis zum Funk der 70er und 80er Jahre auf dem Schulhof.
Selbst damals war Danas musikalischer Appetit unersättlich und als ihre Rolle als Frontfrau einer lokalen Band nicht mehr genügte, berichtete sie ihrer Familie und Freunden von ihren Plänen New York zu erobern. Es war ein mutiger Schritt – und schien kurzzeitig auch ein dummer gewesen zu sein, als sie mit 19 Jahren ums Überleben auf Manhattans Lower East Side kämpfte – aber die Tragödie um den Selbstmord ihrer älteren Schwester Donna hatte einen elektrisierenden Effekt und sie eroberte die Blues-Jam Szene der Stadt im Sturm.
Es war in einer dieser Jam-Nächte, in der das Schicksal Dana zum ersten Mal auf Diamond treffen ließ: ein etablierter NYC-Musiker, der bereits mit Joan Osborne auf Tour war. Da sie musikalisch sofort auf einer Wellenlänge lagen, gründeten sie zusammen die Dana Fuchs Band, die die Musikfans begeistert in die Clubs New York Citys kommen ließ.
Von Danas Talent war auch bald am Broadway zu hören und nachdem sie zu einer Audition von den Produzenten des Janis Joplin Hitmusicals Love, Janis eingeladen worden war und ein paar Takte von Piece Of My Heart angesungen hatte, war klar, dass die Hauptrolle feststand. Vier Nächte in der Woche Janis Joplin zu spielen entwickelte sich zu einer effektiven Werbemaßnahme für Dana, die dadurch von Regisseurin Julie Taymor entdeckt wurde und ihr die Rolle als Sadie in Sonys gefeiertem Beatlesfilm Accross The Universe einbrachte. Mit ihrer Stimme auf dem mit Platin ausgezeichneten Soundtrack zog die Dana Fuchs Band nun auch ein völlig neues Publikum in die Clubs, das ihren Namen wiederum verbreitete.
Ihre Debut-CD Lonely For A Lifetime veröffentlichte die Band im Jahr 2003 und sowohl Presse als auch Fans zeigten sich sehr offen für ihren Sound, der sich den Vibes der 60er Stax/Volt R&B, Lucinda Williams und der Rolling Stones bedient, während die Lyrics eher Einflüsse von Tom Waits und Bob Dylan durchblicken lassen.
Es war ein wirklich toller Start, aber selbst Lonely For A Lifetime wurde vom 2011er Love To Beg noch getoppt. Mit noch stärkeren Songs und besseren Performances schaffte es dieses Album auch international für Furore zu sorgen. Englands Classic Rock Magazin krönte es zum Bluesalbum des Monats, R2 attestierte ihr Talent, das kurz vor der Explosion stehe, und Fans weltweit erkannten, dass es in einer Welt der Castingshows eine Band gibt, die noch echte Musik macht.
Also wie soll man daran anknüpfen…? Ganz einfach, mit Bliss Avenue: ein drittes Album, das nach den Sternen greift, die hohen Erwartungen der Fans erfüllt und den Blues verkörpert, während es ihn gleichzeitig herauszufordern scheint. „Obwohl das Album eher düster wirkt, bin ich gerade an einem ganz und gar nicht düsteren Ort“, erklärt Dana. „Im Gegenteil, es ist eher ein hoffungsvoller Ort für Musik, Spiritualität und die Menschheit. Oftmals muss man in die Tiefen der Seele schauen, um das Licht sehen zu können…“

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