Biografie Devon Allman

Verzweifelte Zeiten erfordern großartige Musik. Im September 2016 bei Ruf Records veröffentlicht bescheinigt Devon Allmans neues Album Ride Or Die, dass das Leben kein Picknick ist. Das bereits dritte bei Ruf Records erscheinende Soloalbum erinnert uns jedoch auch daran, dass es immer Hoffnung gibt. „Die Welt wird mit jeder Minute verrückter“, sagt Allman. „In diesen Songs geht es um Schmerz, Sucht, Begierde, Tod und das Gefühl, manchmal vollkommen verloren zu sein. Doch umgekehrt geht es auch darum, seinen Platz im Universum zu finden, um Wiedergeburt, Stärke, Wiedergutmachung und Rechtfertigung.“
Devon Allman ist bereits viele Wege gegangen, um seinen Platz an der Spitze der Southern Rock-Szene zu behaupten. Diejenigen, die die Karriere des US-Bandleaders schon länger verfolgen, wissen, dass sie das Unerwartete erwarten dürfen: von seinem Durchbruch mit Honeytribe über Charterfolge zusammen mit Jack Bruce und Javier Vargas bis hin zu gefeierten Soloalben wie Turquoise (2013) oder Ragged & Dirty aus dem Jahr 2014, über das Großbritanniens Blues Magazine sagte, es zeige, warum der Blues die beste Sache der Welt sei.
Als der Sänger und Gitarrist sich Ende 2014 von der Royal Southern Brotherhood trennte, ging ein hörbares Raunen durch die Blueswelt.  Doch es reicht, sich einmal Ride Or Die anzuhören, um zu verstehen, dass diese Entscheidung richtig war. „Ich brauchte meine eigene Leinwand“, erklärt Allman, „um ganz ohne Regeln das malen zu können, was ich wollte, meine eigenen Visionen. Freiheit in der Kunst ist essentiell. Wer steht schon hinter einem Künstler und sagt ‚Hm, vielleicht solltest du hier eher blau statt violett nehmen?‘ Das ist niemand, mit dem ich meine Zeit verbringen möchte!“
Für Ride Or Die, das im Mai in den Nashville Sound Stage Studios und den Switchyard Studios aufgenommen wurde und das Allman selbst produzierte, hatte er gute Verstärkung: Tom Hambridge (Schlagzeug/Co-Production), Tyler Stokes (Gitarre), Steve Duerst (Bass), Ron Holloway (Saxophon), Bobby Yang (Streicher) und Kevin McKendree (Keyboard). Die richtige Chemie machte die Songs lebendigt, ließ sie atmen und grooven – ein völliger Gegensatz zum „Cut and Paste“ der heutigen Pro Tool-Era.
Allman schrieb bis auf zwei Songs alle allein oder zusammen mit Tyler Stokes. Bei Songs wie dem gewaltigen Opening-Track „Say Your Prayers“ oder bei „Galaxies“ verbindet er traditionellen Blues-Rock mit modernem Sound. „Der Blues wurde im Süden geboren“, erzählt Allman, „und ist dort ein großer Bestandteil der Kultur. Aber ich finde, dass der Blues in seinem Wesen sehr offen ist.“
Doch dieses Album zeigt auch einen Künstler, dessen Farbpallette weit mehr als nur Blues zeigt. So wie man es von einem Mann mit einer ausgedehnten Plattensammlung und einem Tattoo von Curtis Mayfield auf seinem linken Oberarm erwartet, finden auch viele andere Genres Platz. „Bei diesem Album habe ich wirklich all meine Einflüsse eingebracht“, sagt Allman zu den abwechslungsreichen Stimmungen auf Ride Or Die. „Soul, Rock, Blues, Alternative und andere. Es geht darum, ein künstlerisches Statement zu machen, nicht darum, in irgendeine Schublade zu passen. Ich wollte dieses Album zu einem Ohr-gasmus an Gefühlen machen.“
Auf dieser Trackliste findet man alles wie vom Bläser verstärkten Soul bei „Find Ourselves“ oder das reuevolle und beinahe bittere „Vancouver“ („If I had a time machine, if I could get back somehow, I’d change so many things, she’d be with me now“). “Live From The Heart” ist ein zwölfsaitiger, Akustiksong, der sich mit den apokalyptischen Schlagzeilen in unserem Leben auseinander setzt, während die einnehmende Ballade „Butterfly Girl“ vor einem Mädchen warnt, dass dich verführen und hypnotisieren wird, wenn sie deine Welt betritt.“
Auch rein musikalisch ist Ride Or Die eine Platte, die bis an die Grenzen geht, ob beim Synth-Sound, der das Cover von The Cures „A Night Like This“ eröffnet oder dem Talkbox-Gitarrensolo bei „Lost“, in dem es um verblassende Träume geht. „Ich habe seit Space Age Blues 2010 keine eigene Platte mehr produziert“, erzählt Allman. „Wir hatten einen Wahnsinnsspaß dieses Album zu machen, die Talkbox für „Lost“ zu nutzen und das von Hendrix inspirierte „Find Ourselves“ aufzunehmen.“
Einige Künstler sind damit zufrieden, die Hits immer wieder aufzuwärmen und sich dann ihre Checks abzuholen. Mit Ride Or Die zeigt Devon Allman einmal mehr, dass er ein Künstler ist, der sich weiterentwickelt – und er lädt dazu ein vorne mitzufahren, wenn er sein bisher bestes Album hinaus auf große Tour bringt. „Ihr könnt Spaß, Schmerz und jede Menge Energie erwarten, um eure aufgewühlten Seelen zu beruhigen“, sagt Allman. „Come take the ride…“  

Logo Ruf ist Mitglied...

BluesFoundationlogo kl