Biografie Ghalia

Einige Alben nehmen dich sofort gefangen. Wie die gedämpften Klänge, die du im Vorbeigehen an einem von New Orleans’ Juke-Joints hörst, kommt auch Let The Demons Out einem Rock ’n’ Roll-Lockruf gleich, der dich hellhörig macht und dich in seinen Bann zieht. Bei Europas aufstrebendster junger Sängerin und Louisianas heißester R&B-Band ist Widerstand einfach zwecklos.

Wenn du Ghalia Vauthier noch nicht kennst, mach dich bereit für eine Künstlerin, die an der Schwelle zu etwas ganz Großem steht. Ghalias Aufstieg begann 2013 mit Auftritten als Straßenkünstlerin in ihrer Heimatstadt Brüssel und als Musikerin in gleich zwei Bands, The Naphtalines und Voodoo Casino. „Ich glaube, dass die Arbeit als Straßenmusikerin die beste Ausbildung war, die ich bekommen konnte“, erzählt Ghalia. „Du hast nur eine Sekunde, um die Menschen zu überzeugen. Es ist jedes Mal eine Herausforderung – und ich liebe Herausforderungen!“

Ghalia selbst suchte sich bald die größtmögliche Herausforderung von allen: Amerika. Ihre Leidenschaft für feurigen R&B brachte sie in die USA und so zog die Sängerin durch sämtliche Musikhochburgen des Landes – von Chicago und Memphis bis nach Nashville und Mississippi – wo sie die Hallen zum Beben brachte und überall neue Fans gewann. „Das erste Mal in den USA war für mich wie eine musikalische Pilgerfahrt, bei der ich die Orte entdeckte, um die es in all meinen Lieblingssongs geht. Beim zweiten Mal gingen meine Wünsche in Erfüllung. Ich sang dort, wo meine Helden bereits gesungen haben. Ich wanderte durch Gegenden, durch die sie gelaufen sind, und kaufte vielleicht in ihrem Lieblingsspirituosengeschäft ein. Ich fuhr die gleichen Highways entlang und sah mir die Sonnenuntergänge über den gleichen Baumwollfeldern an wie sie. Eines Tages trat ich dann nicht mehr nur mit den lokalen Künstlern auf, sondern bekam meine eigenen Shows.“

Jeder neue Staat war wie ein neues Abenteuer, doch der wahrscheinlich ausschlaggebende war Louisiana, wo der Grundstein für Let The Demons Out gelegt wurde, als Ghalia auf die Lokalmatadoren Johnny Mastro & Mama’s Boys traf. Die Chemie stimmte sofort und sie zog mit ihnen in New Orleans’ Music Shed Studio. „Das Ziel war es, ihre Energie und Erfahrung mit meinen Songs und meiner Stimme zu verbinden“, erklärt sie. „Wir sind eine Symbiose eingegangen und so konnte die Chemie zwischen uns richtig explodieren.“

Mit ihrer Spontanität und dem Vertrauen auf ihr Talent im Gepäck, taten sie es den Legenden der Bluesszene gleich und schnitten die Tracks live. „Wir glauben, dass diese „natürlichen“ Aufnahmen, unsere Musik spontaner und echter machen“, überlegt Ghalia. „Außerdem macht es mehr Spaß und fordert dich mehr.“

Let The Demons Out könnte nicht authentischer sein. Mama’s Boys sind wie der Motor, der diese zwölf Tracks antreibt, und die Funken fliegen nur so zwischen Mastros energiegeladener Mundharmonika, Smokehouse Browns brennender Gitarre, Dean Zuccheros groovendem Bass und den rhythmischen Beats von Rob Lee. Angeführt wird das Ganze jedoch von Ghalias überwältigender Stimme, die sowohl honigsüß sein als auch einem Kriegsgebrüll anmuten kann. „Meine Texte stammen aus Geschehnissen, die mir selbst widerfahren sind, und den emotionalen Reaktionen darauf“, erklärt sie. „Früher sagte man, bei Blues ginge es nicht nur um Wehklagen, sondern auch um Ermutigung. So sehe ich das auch.

Ein anderes Thema, über das ich auch schreibe, ist Freiheit – meine, deine, unsere. Natürlich geht es auch manchmal um Männer. Um Liebe oder um Sex oder um keines von beiden.“

Die Songs machen deutlich, dass Ghalia eine Songwriterin mit unglaublichem Potential ist: So gibt es den furiosen Eröffnungstrack „4am Fried Chicken“, das mitreißende „All The Good Things“ mit seinen fetten Beats und prägnanten Texten („All the good things, babe, they’re bad for you“), das prahlerische „Have You Seen My Woman“ und das unaufhaltsame „Hoodoo Evil Man“. „Press That Trigger“ sprüht durch ein rasantes Gitarrensolo, während die heisere Maultrommel und das donnernde Schlagzeug des Titelsongs an die Stones in ihren besten Zeiten erinnern. Dass die Band überaus facettenreich ist und auch einen anderen Gang einlegen kann, beweisen Tracks wie das beinahe beschwörende „Addiction“ oder „Hey Little Baby“, bei dem Ghalia dir eine hypnotische Melodie einhaucht. Doch das Album endet wieder mit einem Knall: Bei „Hiccup Boogie“ schwingt ein Hauch von Canned Heat mit und der Text lässt den Hörer in seiner Geschichte versunken zurück.

Wenn du neue Hintergrundmusik suchst, schau dich lieber anderswo um. Let The Demons Out fordert deine ungeteilte Aufmerksamkeit und bringt dem Blues neue Bedeutung. „Wir versuchen nicht traditionellen Blues zu kopieren“, sagt Ghalia. „Wir wollen vielmehr versuchen, das Songwriting und Spielen soweit voranzutreiben, dass wir etwas Neues und Frisches kreieren, während der Bluesvibe erhalten bleibt. Im Prinzip versuchen wir eine Balance aus Tradition und Fortschritt zu finden. Darum geht es bei guter Kunst sowieso...“

Biografie Vanja Sky

Vanja Sky ist die neueste Entdeckung von Ruf Records – seit über 20 Jahren ein ertragreicher Nährboden für Nachwuchstalente im zeitgenössischen Blues. Das Label hat außergewöhnliche Künstlerinnen wie Samantha Fish, Erja Lyytinen, Ana Popovic und Joanne Shaw Taylor auf dem Weg zum internationalen Erfolg begleitet. Vanja Sky gehört nun einer nachfolgenden Generation von aufstrebenden Musikerinnen an, die sich mit Energie und Leidenschaft den Blues auf die Fahne schreiben.

Die junge Sängerin und Gitarristin aus der kroatischen Hauptstadt Zagreb lernte den Blues erst vor fünf Jahren bei einem Kneipenkonzert in der Nähe ihres Heimatorts Buzet kennen. „Das war ein verrückter Abend“, lacht sie. „Diese besondere Atmosphäre kann ich gar nicht beschreiben. Auf der Stelle habe ich mich dazu entschlossen, Gitarre zu spielen – und wenn ich eine Entscheidung treffe, bringe ich die Sache auch zu Ende.” Sie bestellte sich im Internet eine billige Gitarre, nahm bei dem Mann Unterricht, der sie mit seinem Spiel begeistert hatte und schmiss nach einiger Zeit ihren gelernten Beruf als Konditorin. Rund zwei Jahre später folgte sie dem Ruf der Musik nach Zagreb. Bei Konzertauftritten in Serbien, Slowenien, Deutschland und ihrem Heimatland sammelte sie wichtige Erfahrung als Sängerin und Gitarristin.

Von da ein Sprung in das Jahr 2017. Schneller als sie es jemals hätte träumen können nimmt Vanja Sky mit einigen der größten Namen im Bluesgeschäft eine Platte auf. Zunächst besucht sie die Bessie Blues Studios in Stantonville, Tennessee, Werkstätte des Grammy-prämierten Produzenten Jim Gaines. Dort spielt sie mit den beiden Gitarrenkollegen Mike Zito und Bernard Allison den knisternden Roadhouse-Blues „Low Down and Dirty“ ein. Wenig später trifft sie sich mit Zito und einer Gruppe von erfahrenen Studiomusikern in Berlin, um weitere elf Stücke aufzunehmen. Das Ergebnis Bad Penny liegt nun vor – eine Mischung aus modernem Electric-Blues und klassischem, schnörkellosem Rock'n'Roll.

„Wir haben die Platte nach dem gleichnamigen Stück von Rory Gallagher genannt, das wir für das Album ja auch gecovert haben. Rory zählt zu meinen Lieblingsmusikern und liegt mir besonders am Herzen.“ Neben der irischen Blues-Rock-Legende nennt Sky Stevie Ray Vaughan und Albert King als wichtige Einflüsse. Ihr geschmackvolles Spiel auf Bad Penny erinnert auch öfters an das des Dire Straits-Gründers Mark Knopfler. Ihr Gesang wird von einer gewissen Aggressivität geprägt, die den rotzigen Rock’n’Roll der Runaways Ende der 70er in Erinnerung ruft.

„Vanjas Songs stecken voller Leidenschaft und Emotionen. Sie ist aber auch ein Spaßvogel und lebt gern in den Tag hinein“, sagt Mike Zito, der die Produktion in Berlin betreute. „Ihre kräftige Stimme und ihre tiefe Liebe zur Bluesgitarre sind ihre größten Stärken.“

Außer von Zito wird Sky auf Bad Penny vom Drummer Matt Johnson und Bassisten Terry Dry unterstützt – zwei schlagkräftigen Rhythmusspielern, die u.a. mit Trudy Lynn und The Mighty Orq schon gearbeitet haben. Auch dabei und ebenfalls aus Texas ist Lewis Stephens, ein gefragter Keyboarder mit Erfahrungen in den Bands von Freddie King, Delbert McClinton und Gary Clark Jr. „Es war zwar ein hartes Stück Arbeit, hat aber tierisch Spaß gemacht“, lacht Vanja Sky. „Die Band hat eine hervorragende Leistung gebracht und dafür gesorgt, dass ich mich im Studio wohl fühle. Es ist ja mein erstes Album. Mike hat mit den Arrangements geholfen, hat mir mit Rat und Tat zur Seite gestanden und mir dazu noch ein paar tolle Gitarrenlicks gezeigt.“

Der in Tennessee aufgenommene Luther Allison-Titel „Low Down and Dirty“ gehört nicht nur zu den Höhepunkten dieses gelungenen Debüts. Der Song ist auch ein vielversprechender Vorbote für das Jahr 2018. Ab Januar ist Sky nämlich gemeinsam mit Bernard Allison und Mike Zito im Rahmen der 14. Ausgabe des Ruf Records Blues Caravan unterwegs. Mit dieser Tour durch Europa und die USA geht für die Kroatin ein Traum in Erfüllung. Dieser existiert seit dem Abend vor fünf Jahren, an dem ihr Leben auf den Kopf gestellt wurde. „Es gibt kein größeres Geschenk auf dieser Welt als die Musik“, ist sie sich seitdem sicher. „Mein Ziel ist es, mit der Musik so viele Menschen wie möglich glücklich zu machen.“

Biografie Vanessa Collier

Vanessa Colliers Zeit ist jetzt. Für uneingeweihte Zuhörer, die diese faszinierende Künstlerin noch nie erlebt haben, wird Meeting My Shadow eine echte Offenbarung sein. Für alle langjährigen Fans, die die Sängerin, Songwriterin und Saxophonistin aus Maryland während ihrer Karriere verfolgt haben, ist dies das lang versprochene klassische Album. „In Meeting My Shadow treffen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aufeinander", merkt Vanessa zu ihrer zweiten Veröffentlichung an. „Eine Hommage an den Geist der Blues-Tradition, eine Reflexion unserer jetzigen Kultur und ein hoffnungsvoller Wunsch nach Wachstum, Verständnis und Integration, das wir uns gemeinsam weiterentwickeln. Es ist auch eine Geschichte von Beharrlichkeit und Bemächtigung, die dazu bestimmt ist Kraft zu teilen und eine erhobene Botschaft zu liefern.“

Jeder betroffene Künstler im Musik-Geschäft wird daran erinnert, dass es so etwas wie einen über Nacht Erfolg nicht gibt. Vanessa hatte bereits während ihres Studiums an dem berühmten Berklee College Of Music ein überschäumendes Potenzial. Jedoch erst auf der Tour mit Grammy-Gewinner Blues-Titan Joe Louis Walker, schöpfte sie aus ihren Vollen. „Ich liebe es,“ sagt sie. „Die Energie der Menschen macht mich lebendig und erlaubt es mir einen Teil zu finden, den ich wirklich nur auf der Bühne präsentiere. Ich liebe besonders den Moment nach einer Show, wenn die Leute zu mir kommen um mich zu treffen und ich sehe ihre Emotionen, weil einer meiner Songs sie berührt hat.“
Ihr Leben veränderte sich. Als das Debütalbum "Heart Soul & Saxophone" im Jahr 2014 veröffentlicht wurde – eine vielschichtige songwriting Palette, beeinflusst von Blues, Funk, Rock und Soul - beehrte Vanessa, als Best Of 2014 Blues Breaker, Dan Aykroyds ikonische House Of Blues Radio Show. Seitdem war sie eine der Top-3-Finalisten im John Lennons Songwriting-Wettbewerb, kämpfte sich 2016 bis zum International Blues Challenge in Memphis vor und teilte Bühnen mit Annie Lennox, Willie Nelson und vielen mehr. „Natürlich gab es auch Rückschläge“, bemerkt sie. „Aber was ist ein Songwriter - oder eine Person - ohne Rückschläge? Ich lerne viel über mich und über meine Mitmenschen und transportiere viele dieser Rückschläge in mein Songs.“
Nun, Meeting My Shadow präsentiert elf Songs, welche die Triumphe und Herausforderungen des Lebens erforschen. „Dieses Album ist wirklich eine Erlebnissammlung“, erklärt Vanessa, „die so vielfältig ist wie die musikalischen Einflüsse, die ich einfließen lasse. Ich schreibe gerne über Themen, mit denen sich das Publikum verbunden fühlt und die universell zum Leben sind. Ich mag jedes Lied, das dich auf eine Reise schickt, sowohl in den Lyrics als auch in der Musik. Dieses Album hat Songs über gemeinsame Kämpfe, Bemächtigung und Beharrlichkeit, die sich anfühlen als könnte man jedes Hindernis überwinden.“
„Dieses Album ist ausgewogen mit witzigen, verspielten Songs die das Leben leichter machen“, sagt sie. „Zum Beispiel, Poisoned The Well ist darüber hängen gelassen zu werden und dabei zu beobachtet wie jemanden das gesamtes Umfeld vergiften, aber es gibt auch eine Kraft die hilft, dies zu akzeptieren und sich immer treu zu bleiben. When It Don't Come Easy ist über Beharrlichkeit und seine Stärke, im vorrankommen zu finden, unabhängig von jeglichen Hindernissen. Dann habe ich Songs wie Two Parts Sugar, One Part Lime und Meet Me Where I'm At, sie sind über die Suche nach dem Spaß im Leben und darüber jeden Tag zu feiern.
Als Bandleader und Co-Produzent war Vanessa die treibende Kraft hinter den letzten Oktober-Sessions im Music + Arts Studio in Memphis. Scannst du die Inlay und findest du sie bei allen Instrumenten von Flöte bis Orgel, unverkennbar ist auch ihre typisch Soul durchtränkten Stimme und das versengende Saxophon. „Das Saxophon ist in jedem Lied eine große Erweiterung meiner Stimme“, merkt sie an, „und man kann wirklich meine Haltung und Emotionen in jedem Lied durch die Art und Weise, wie ich es spiele spüren. Mit meinem Saxophon kann ich jammern, knurren und weinen. Ich kann ein Lied vorantreiben, mit einem starken, nervösen, entfesselten Angriff. Ich kann subtil und schön sein. Ich kann aber auch stark und mächtig sein.“
In der Zwischenzeit dankt Vanessa Co-Produzent Kevin Houston und seinem talentierten Team, die Charakter und Perfektion in ihr neues Material gebracht haben. "Ich habe viel mit T.K. Jackson (Schlagzeug) gelacht, eine aufrichtige Freundschaft mit der sehr talentierten Laura Chavez (Gitarre) gefunden und meine Kiefern nach unten klappen lassen bei der dahingleitenden Gitarrenbearbeitung von Josh Roberts. Ich war tief berührt von Charles Hodges (Klavier) tiefer Beurteilung für meine Musik und meine Fähigkeiten als Songwriter und von Daniel McKees (Bass) Vergleich meiner Musik, mit der von Prince, in diesem meine Musik einfacher und zugänglicher ist, aber dennoch überraschende nuancierte Herausforderung für Musiker bietet. Mit alle Musikern auf meinem Album war es großartig zu arbeiten, und für mich waren diese Sessions ein Möglichkeit meine Musik zum Leben zu erwecken und es mit Menschen auf der ganzen Welt zu teilen. Ich bin super aufgeregt, dies 2017 zu tun. "
2017 bei Ruf Records veröffentlicht, ist Meeting My Shadow der Klang eines aufstrebenden Talents mit einer unaufhaltsamen Eigendynamik. „Ich bin unnachgiebig und leidenschaftlich, bei allem was ich tue“, sagt Vanessa. „Ich bin dazu gemacht aufzutreten und für mich gibt es keine andere Option.
Im großen Ganzen. Los gehts!“

Biografie Si Cranstoun

Die richtige Musik kann an einem schlechten Tag die Rettung sein. Man kann vom Pech verfolgt, von Gott verlassen oder einfach nur am Ende sein - aber es ist schlichtweg unmöglich deprimiert zu bleiben, wenn Si Cranstouns neues Album Old School läuft. In einer monotonen Schwarz-Weiß-Welt ist dieses Album geradezu eine Farbexplosion, die dich deine Sorgen vergessen lässt und dich unweigerlich zum Tanzen bringt. „Ich hatte das Gefühl, es ist an der Zeit für eine richtige Retro-Platte“, sagt der er in London geborene Musiker. „Ich empfehle euch das Album bereits am Morgen zu hören, um richtig wach zu werden – und dann noch einmal am Abend, um richtig abzuschalten!“
Si wurde von The Express bereits „King of Vintage“ genannt und darf sich über die Unterstützung von einflussreichen DJs wie Terry Wogan und Chris Evans freuen. Das im August 2016 bei Ruf Records veröffentlichte Album Old School legt nun noch einmal nach – wie gewohnt inspiriert von Größen wie Jackie Wilson, Sam Cooke und Big Joe Turner. „Mein Musikgeschmack“, erzählt Si, „das sind die 40er, 50er und 60er!“
Während der Stil von Old School ganz klar retro ist, so ist es doch trotzdem ein Album für das Hier und Jetzt. Vor allem das Talent zum Songwriting und die Gesangsqualitäten des Bandleaders geben dem Vintagestil einen frischen Sound. „Das Album verkörpert das, was ich bin und den rockigen Rhythm ‘n‘ Blues, der mich bewegt“, erklärt er. „Alle Songs haben einen auf ihre Art speziellen Klang und sie alle sind meinem verrückten Kopf entsprungen.“
Tatsächlich hatte Si eine so genaue Vorstellung von Old School, dass er neben Gesang und verschiedenen Instrumenten auch noch die Produktion übernahm.  Mit seinem Werk will er euch zum Tanzen auffordern. Schon bei den Piano- und Bläserklängen des Titelsongs wird es euch förmlich auf die Tanzfläche ziehen. Ob „Vegas Baby“, das all die Abenteuer eines Trips nach Sin City  beschreibt, „Right Girl“, das wie ein melodisches Feuerwerk anmutet, oder der eher bluesige „Thames River Song“ – keiner dieser Songs wird euch loslassen. „Ich bin auf all diese Songs stolz“, erzählt Si, „und ich will sie natürlich auch live spielen, überall.“
Um Si wirklich verstehen zu können, hört euch „Commoner To King“ an und insbesondere die Textzeile „lonely days of scrimping and scraping“. Es geht um ein Thema, mit dem sich Si sicherlich auch persönlich identifizieren kann. In London als Sohn eines Ska-Promoters geboren hat sich Si früher zusammen mit seinem Bruder als The Dualers als Straßenmusiker verdient gemacht. „Es hatte für mich immer etwas Besonderes“, erinnert sich Si. „Es gab aber natürlich auch nicht so gute Dinge, wie schlechtes Wetter, die Konkurrenz, die Betrunkenen…“
Später versuchte Si den Sprung in den Mainstreambereich mit einer selbstveröffentlichten Single – und schaffte es damit bis auf Platz 21 in Großbritannien. Doch als sich daraus keine neuen Möglichkeiten ergaben, ging Si durch eine Phase der Selbstprüfung. „Ich hatte meine Hoffnungen auf den großen Durchbruch aufgegeben“, gibt Si zu, „doch ich habe weiterhin Musik gemacht.“
Zum Glück zog der Song „Dynamo“, den er mit seiner neuen Band aufgenommen hat, Si wieder aus dem Trott und verlieh ihm neue Energie , um 2014 schließlich sein gerühmtes Album Modern Life zu veröffentlichen (und sich damit über Monate in den iTunes-Blues-Charts zu halten).   
Jetzt erscheint Old School. Mit seinem einzigartigen Charisma und den bis dahin besten Songs seiner Karriere, verspricht dieses Album die Herzen und Ohren der Menschen zu erobern. „Es wäre einfach großartig, wenn Old School von so vielen Menschen wie möglich gehört wird“, sagt der Bandleader. „Und wenn wir mit diesem Album auf Tour gehen, dann um den Saal zum Beben zu bringen!“ 

Biografie Honey Island Swamp Band

Wenn man einen nächtlichen Spaziergang durch New Orleans macht, hört man hunderte verschiedene Musikstile, die durch die Türen der Clubs drängen. Hört man sich das neueste Album der neuen Lieblingssöhne von Crescent City an, wird man eine Band hören, die genau diesen Sound verkörpert. „Es gibt Songs für jede Stimmung, jeden Anlass und jede Playlist“, sagt Aaron Wilkinson von der Honey Island Swamp Band zu Demolition Day“, also wird es hoffentlich vielen Geschmäckern gefallen. Ihr müsst es nur auf jeden Fall laut aufdrehen…“
2016 bei Ruf Records veröffentlicht ist Demolition Day das vierte Studioalbum der Band. Bereits der Titel des Albums verheißt einiges. Es ist bereits mehr als zehn Jahre her, dass Hurrikane Katrina die Golfküste entlang zog, New Orleans verwüstete und dabei vier vor der Katastrophe Fliehende in San Francisco zusammenbrachte.
Aaron Wilkinson (Akustikgitarre/Mandoline/Vocals), Chris Mulé (E-Gitarre/Vocals), Sam Price (Bass/Vocals) und Garland Paul (Schlagzeug/Vocals) kannten sich bereits flüchtig, doch als sie dann in San Franciscos Boom Boom Room für einen wöchentlichen Gig regelmäßig zusammenkamen, wurde es offensichtlich, dass die Chemie stimmte. Bis 2009 veröffentlichte die Band dann ihr prämiertes Debut Wishing Well, nahm Hammond B-3-Virtuose Trevor Brooks auf und machte sich einen ausgezeichneten Ruf in der Künstlerszene New Orleans‘.
Zehn Jahre nach Gründung und tausende Gigs später brauchte die Band nur vier Tage um die Songs für Demolition Day im The Parlor Recording Studio in ihrer Heimatstadt zusammen mit Produzentenlegende Luther Dickinson (Leader der North Mississippi Allstars und Ex-Black Crowes-Gitarrist) aufzunehmen. „Wir hatten nur ein sehr kleines Zeitfenster für die Aufnahmen“, erinnert sich Wilkinson. „Also haben wir alles minimal gehalten und viel Gefühl und Energie in jede Aufnahme gelegt. Luther nennt es ‚the freedom of limitation‘ und es hat wirklich gut für uns funktioniert.“
So auch der schnörkellose Produktionsethos. „Wir wollten diesen alten, analogen Sound und das war die erste Gelegenheit für uns dies zu verwirklichen“, erzählen sie. „Luther war der perfekte Produzent, um diesen authentischen Old School-Klang zu realisieren. Er half uns, uns zu fokussieren und nicht in Details und Perfektionismus zu verlieren. Das war genau das, wonach wir suchten und was wir brauchten.“
Wenn man Songs dieser Qualität hat, ist auch kaum ‚Politur‘ nötig. Die elf Tracks auf Demolition Day bedienen beinahe alle großen amerikanischen Genres, während sie die einzigartige Handschrift der Honey Island Swamp Band tragen: ob beim Slide-Blues von „Ain’t No Fun“, dem funkigen „Head High Water Blues“, dem reflektiven Wah-Sound von „Say It Isn’t True“ oder dem schwermütigen „No Easy Way“. „Wir sind individuelle und komplexe Menschen“, erklärt Wilkinson, „und unser Publikum ist genauso. Also sollte unsere Musik das auch widerspiegeln.“
Ebenso vielseitig sind auch die Themen. „Dabei geht es wirklich querbeet. Einige Songs wurzeln in persönlichen, reellen Erfahrungen. „Head High Water Blues“ ist ein Rückblick auf Hurrikane Katrina, nachdem nun schon zehn Jahre vergangen sind. Vieles wurde wieder aufgebaut, aber eben auch vieles nicht und wird es wohl auch nie wieder – und in dem Song geht es mehr um die emotionalen Narben, die nie ganz verschwinden werden. Andere Songtexte sind aber auch nur fiktional und erzählen eine Geschichte. Wir hatten zum Beispiel die Musik zu „Through Another Day“ und sie klang alt und geradezu episch und hat daher diese Geschichte aus der Civil War-Ära inspiriert. Andere wiederum sind einfach nur spielerischer Nonsense über das Leben und Beziehungen wie etwa bei „Watch And Chain“.
      Demolition Day ist nur der Anfang. Vielleicht hört ihr diese elf Songs zum ersten Mal auf eurer Stereoanlage oder Smartphone, doch die Honey Island Swamp Band wird bei ihren extensiven Tourplänen in diesem Jahr den Songs auch live Charakter geben. „Diese Songs werden sich weiterentwickeln und wachsen“, erklärt Wilkinson. „Ein Album ist nur eine Momentaufnahme, ein Bild eines Songs zu einem bestimmten Zeitpunkt. Aber wir waren nie die Art Band, die ihre Songs immer nur auf eine Art spielt, also werden wir auch in Zukunft die Songs sich weiterentwickeln lassen. Das lässt es aufregend für uns bleiben – und das wollen wir mit unserem Publikum teilen.“

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