Biografie Si Cranstoun

Die richtige Musik kann an einem schlechten Tag die Rettung sein. Man kann vom Pech verfolgt, von Gott verlassen oder einfach nur am Ende sein - aber es ist schlichtweg unmöglich deprimiert zu bleiben, wenn Si Cranstouns neues Album Old School läuft. In einer monotonen Schwarz-Weiß-Welt ist dieses Album geradezu eine Farbexplosion, die dich deine Sorgen vergessen lässt und dich unweigerlich zum Tanzen bringt. „Ich hatte das Gefühl, es ist an der Zeit für eine richtige Retro-Platte“, sagt der er in London geborene Musiker. „Ich empfehle euch das Album bereits am Morgen zu hören, um richtig wach zu werden – und dann noch einmal am Abend, um richtig abzuschalten!“
Si wurde von The Express bereits „King of Vintage“ genannt und darf sich über die Unterstützung von einflussreichen DJs wie Terry Wogan und Chris Evans freuen. Das im August 2016 bei Ruf Records veröffentlichte Album Old School legt nun noch einmal nach – wie gewohnt inspiriert von Größen wie Jackie Wilson, Sam Cooke und Big Joe Turner. „Mein Musikgeschmack“, erzählt Si, „das sind die 40er, 50er und 60er!“
Während der Stil von Old School ganz klar retro ist, so ist es doch trotzdem ein Album für das Hier und Jetzt. Vor allem das Talent zum Songwriting und die Gesangsqualitäten des Bandleaders geben dem Vintagestil einen frischen Sound. „Das Album verkörpert das, was ich bin und den rockigen Rhythm ‘n‘ Blues, der mich bewegt“, erklärt er. „Alle Songs haben einen auf ihre Art speziellen Klang und sie alle sind meinem verrückten Kopf entsprungen.“
Tatsächlich hatte Si eine so genaue Vorstellung von Old School, dass er neben Gesang und verschiedenen Instrumenten auch noch die Produktion übernahm.  Mit seinem Werk will er euch zum Tanzen auffordern. Schon bei den Piano- und Bläserklängen des Titelsongs wird es euch förmlich auf die Tanzfläche ziehen. Ob „Vegas Baby“, das all die Abenteuer eines Trips nach Sin City  beschreibt, „Right Girl“, das wie ein melodisches Feuerwerk anmutet, oder der eher bluesige „Thames River Song“ – keiner dieser Songs wird euch loslassen. „Ich bin auf all diese Songs stolz“, erzählt Si, „und ich will sie natürlich auch live spielen, überall.“
Um Si wirklich verstehen zu können, hört euch „Commoner To King“ an und insbesondere die Textzeile „lonely days of scrimping and scraping“. Es geht um ein Thema, mit dem sich Si sicherlich auch persönlich identifizieren kann. In London als Sohn eines Ska-Promoters geboren hat sich Si früher zusammen mit seinem Bruder als The Dualers als Straßenmusiker verdient gemacht. „Es hatte für mich immer etwas Besonderes“, erinnert sich Si. „Es gab aber natürlich auch nicht so gute Dinge, wie schlechtes Wetter, die Konkurrenz, die Betrunkenen…“
Später versuchte Si den Sprung in den Mainstreambereich mit einer selbstveröffentlichten Single – und schaffte es damit bis auf Platz 21 in Großbritannien. Doch als sich daraus keine neuen Möglichkeiten ergaben, ging Si durch eine Phase der Selbstprüfung. „Ich hatte meine Hoffnungen auf den großen Durchbruch aufgegeben“, gibt Si zu, „doch ich habe weiterhin Musik gemacht.“
Zum Glück zog der Song „Dynamo“, den er mit seiner neuen Band aufgenommen hat, Si wieder aus dem Trott und verlieh ihm neue Energie , um 2014 schließlich sein gerühmtes Album Modern Life zu veröffentlichen (und sich damit über Monate in den iTunes-Blues-Charts zu halten).   
Jetzt erscheint Old School. Mit seinem einzigartigen Charisma und den bis dahin besten Songs seiner Karriere, verspricht dieses Album die Herzen und Ohren der Menschen zu erobern. „Es wäre einfach großartig, wenn Old School von so vielen Menschen wie möglich gehört wird“, sagt der Bandleader. „Und wenn wir mit diesem Album auf Tour gehen, dann um den Saal zum Beben zu bringen!“ 

Biografie Honey Island Swamp Band

Wenn man einen nächtlichen Spaziergang durch New Orleans macht, hört man hunderte verschiedene Musikstile, die durch die Türen der Clubs drängen. Hört man sich das neueste Album der neuen Lieblingssöhne von Crescent City an, wird man eine Band hören, die genau diesen Sound verkörpert. „Es gibt Songs für jede Stimmung, jeden Anlass und jede Playlist“, sagt Aaron Wilkinson von der Honey Island Swamp Band zu Demolition Day“, also wird es hoffentlich vielen Geschmäckern gefallen. Ihr müsst es nur auf jeden Fall laut aufdrehen…“
2016 bei Ruf Records veröffentlicht ist Demolition Day das vierte Studioalbum der Band. Bereits der Titel des Albums verheißt einiges. Es ist bereits mehr als zehn Jahre her, dass Hurrikane Katrina die Golfküste entlang zog, New Orleans verwüstete und dabei vier vor der Katastrophe Fliehende in San Francisco zusammenbrachte.
Aaron Wilkinson (Akustikgitarre/Mandoline/Vocals), Chris Mulé (E-Gitarre/Vocals), Sam Price (Bass/Vocals) und Garland Paul (Schlagzeug/Vocals) kannten sich bereits flüchtig, doch als sie dann in San Franciscos Boom Boom Room für einen wöchentlichen Gig regelmäßig zusammenkamen, wurde es offensichtlich, dass die Chemie stimmte. Bis 2009 veröffentlichte die Band dann ihr prämiertes Debut Wishing Well, nahm Hammond B-3-Virtuose Trevor Brooks auf und machte sich einen ausgezeichneten Ruf in der Künstlerszene New Orleans‘.
Zehn Jahre nach Gründung und tausende Gigs später brauchte die Band nur vier Tage um die Songs für Demolition Day im The Parlor Recording Studio in ihrer Heimatstadt zusammen mit Produzentenlegende Luther Dickinson (Leader der North Mississippi Allstars und Ex-Black Crowes-Gitarrist) aufzunehmen. „Wir hatten nur ein sehr kleines Zeitfenster für die Aufnahmen“, erinnert sich Wilkinson. „Also haben wir alles minimal gehalten und viel Gefühl und Energie in jede Aufnahme gelegt. Luther nennt es ‚the freedom of limitation‘ und es hat wirklich gut für uns funktioniert.“
So auch der schnörkellose Produktionsethos. „Wir wollten diesen alten, analogen Sound und das war die erste Gelegenheit für uns dies zu verwirklichen“, erzählen sie. „Luther war der perfekte Produzent, um diesen authentischen Old School-Klang zu realisieren. Er half uns, uns zu fokussieren und nicht in Details und Perfektionismus zu verlieren. Das war genau das, wonach wir suchten und was wir brauchten.“
Wenn man Songs dieser Qualität hat, ist auch kaum ‚Politur‘ nötig. Die elf Tracks auf Demolition Day bedienen beinahe alle großen amerikanischen Genres, während sie die einzigartige Handschrift der Honey Island Swamp Band tragen: ob beim Slide-Blues von „Ain’t No Fun“, dem funkigen „Head High Water Blues“, dem reflektiven Wah-Sound von „Say It Isn’t True“ oder dem schwermütigen „No Easy Way“. „Wir sind individuelle und komplexe Menschen“, erklärt Wilkinson, „und unser Publikum ist genauso. Also sollte unsere Musik das auch widerspiegeln.“
Ebenso vielseitig sind auch die Themen. „Dabei geht es wirklich querbeet. Einige Songs wurzeln in persönlichen, reellen Erfahrungen. „Head High Water Blues“ ist ein Rückblick auf Hurrikane Katrina, nachdem nun schon zehn Jahre vergangen sind. Vieles wurde wieder aufgebaut, aber eben auch vieles nicht und wird es wohl auch nie wieder – und in dem Song geht es mehr um die emotionalen Narben, die nie ganz verschwinden werden. Andere Songtexte sind aber auch nur fiktional und erzählen eine Geschichte. Wir hatten zum Beispiel die Musik zu „Through Another Day“ und sie klang alt und geradezu episch und hat daher diese Geschichte aus der Civil War-Ära inspiriert. Andere wiederum sind einfach nur spielerischer Nonsense über das Leben und Beziehungen wie etwa bei „Watch And Chain“.
      Demolition Day ist nur der Anfang. Vielleicht hört ihr diese elf Songs zum ersten Mal auf eurer Stereoanlage oder Smartphone, doch die Honey Island Swamp Band wird bei ihren extensiven Tourplänen in diesem Jahr den Songs auch live Charakter geben. „Diese Songs werden sich weiterentwickeln und wachsen“, erklärt Wilkinson. „Ein Album ist nur eine Momentaufnahme, ein Bild eines Songs zu einem bestimmten Zeitpunkt. Aber wir waren nie die Art Band, die ihre Songs immer nur auf eine Art spielt, also werden wir auch in Zukunft die Songs sich weiterentwickeln lassen. Das lässt es aufregend für uns bleiben – und das wollen wir mit unserem Publikum teilen.“

Biografie Jane Lee Hooker

Wie mögt ihr euren Rock ’n‘ Roll? Wenn die Antwort ist, nüchtern, steril und wie vom Fließband, dann lest nicht weiter. Aber wenn auf eurem Wunschzettel auch echte Gefühle und mitreißende Livemusik stehen, dann ist Jane Lee Hooker die Band für euch.
Diese fünf Künstlerinnen aus New York veröffentlichen 2016 ihr Debutalbum No B! und bringen damit den Punk und Blues aus der goldenen Ära in das Hier und Jetzt.  „Nicht viele Bands schaffen es, die Begeisterung, das Charisma und die Einstellung der Bands aus den 70er Jahren zu vereinen“, erzählen sie. „Wir verkörpern diesen Geist.“
Im April bei Ruf Records veröffentlicht mag No B! zwar ihr Debutalbum sein, aber macht nicht den Fehler und denkt, Jane Lee Hooker seien Newcomer, die schlagartig in der Bluesszene erschienen sind. Dana ‚Danger‘ Athens (Vocals), Melissa ‚Cool Whip‘ Houston (Schlagzeug), High Top (Gitarre), Tina ‚T Bone’ Gorin (Gitarre) und Hail Mary Z (Bass) haben bereits langjährige Bühnenerfahrung und sammelten Meilen auf ihrem Tourkonto in Bands wie Nashville Pussy, Wives oder Bad Wizard. Doch es war ihr Zusammenschluss als Jane Lee Hooker 2013, der ihnen die richtige Energie verlieh. „Wir sind eine Gang, eine Familie“, erklären sie. „Wir lieben es, zusammen und für einander zu spielen.“
Zehn der Songs auf No B! haben sie aus der Blues-Schatzkiste gegraben. Dabei sind auch einige Klassiker wie etwa Muddy Waters‘ „Champagne And Reefer“, Willie Dixons „Shake For Me“ und Albert Kings „The Hunter“.  Jedem einzelnen Song verleiht Jane Lee Hooker ihren eigenen Stil: „Wir spielen die Songs, die wir mögen, und drücken ihnen dabei automatisch unseren Stempel auf“, sagt die Band zu ihren sowohl respektvollen als auch rebellischen Interpretationen. „Wie bei ‚Mean Town Blues‘. Das ist so ein wunderschöner Song und unsere Version zollt ihm Tribut.“
Dabei ist es ein Beweis für das eigene Songwriting-Talent der Band, dass der Song „In The Valley“ Seite an Seite mit ihren Coverversionen steht. „Wir hatten eine großartige Zeit beim Interpretieren der Songs und beim Entwickeln unseres Stils für eigene Songs. Es gibt schon zu viele schlechte Songs in der Welt – wir haben kein Interesse daran noch welche hinzuzufügen.“
Als es letztes Jahr an die Aufnahmen für No B! in Brooklyn ging, war sich die fünfköpfige Band einig. „Wir haben unserem Produzenten, Matt Chiaravalle, gesagt, dass wir wollen, dass es genauso klingt wie Hard Again von Muddy Waters und Johnny Winter von 1977“, erinnert sich High Top (die zufälligerweise den gleichen Spitznamen hat wie Muddys Zurufe an Pinetop Perkins auf eben dieser Platte). „Es ist das Album, zu dem sowohl Tina als auch ich selbst spielten als wir noch Kinder waren, um Solos zu üben. Ich denke immer noch, dass es eine der besten Platten ist, die je aufgenommen wurde, und auch mit das Beste von Muddy und Johnny.“
Im Zeitalter von „Cut-and-paste“ und computerbasierten Aufnahmen war die Produktion von No B! eher minimalistisch. „Wir haben live gespielt“, erzählt High Top weiter, „und keine Effekte verwendet. Wir spielten im selben Raum zur gleichen Zeit. Die meisten Songs waren nach der ersten Aufnahme fertig. Ich glaube, wir haben keinen Song mehr als zweimal eingespielt!“
Bei Jane Lee Hooker geht es gerade richtig voran. In den drei Jahren seit ihrer Gründung hat die Band bereits auf einigen der prestigeträchtigsten Bühnen der USA gespielt: von New Yorks Irving Plaza bis zu Antone’s Record Shop im texanischen Austin. Mit zahlreichen Shows, in deren Mittelpunkt nun die Songs von No B! stehen, macht sich die fünfköpfige Blues-Punk-Band nun auf, eure Herzen und Trommelfelle zu erobern. „Wir spielen vor zwanzig Leuten mit der gleichen Leidenschaft wie vor tausenden“, sagt High Top. „Das Geheimnis ist, dass wir einfach eine großartige Zeit haben, wenn wir zusammen spielen. Wir tun es für uns selbst und freuen uns, wenn es jemandem gefällt. Es ist, als ob wir in einem Camaro zu euch nach Hause fahren, die Tür aufmachen – und hoffen, dass du einsteigst! Doch so oder so, geht es weiter.“  

Biografie Andy Frasco & the U.N.

Das hier ist keine Show. Es ist eine Straßenparty. Am Tag 142 ihrer Konzertreise im Jahr 2016 rüttelt Andy Frasco & The U.N. die deutsche Kleinstadt Bamberg aus dem Tiefschlaf wach. Begeisterte Fans erstürmen die Bühne. Tubas werden in Brand gesetzt. Und im Auge des Sturms steht der Frontmann höchst persönlich: Ein wildhaariger, wirbelnder Derwisch, der beim Konzertöffner „C Boogie“ furios auf die Tasten seines Pianos einhämmert, bevor er mit dem Publikum auf Tuchfühlung geht. „Wir nehmen bei euch ein Live-Album auf!“, kündigt Frasco der Menge an. „Es wird unglaublich sein…“

Das neue CD/DVD-Set Songs From The Road von Ruf Records schafft es tatsächlich, das ganze Vollgas-Chaos einer Andy Frasco & The U.N.-Show einzufangen. Manche Bands rotzen ihre Setlist lustlos herunter. Nicht so diese rebellische Truppe aus den Vereinigten Staaten. Mit unbändiger Energie geben sie die Songs ihrer bisherigen vier Studioalben zum Besten – darunter auch der Durchbruchscheibe Happy Bastards von 2016 – und sorgen bei den Fans für Euphorie. „Das Publikum soll bei unseren Konzerten aus dem Häuschen geraten“, erklärt Frasco seine Zielsetzung. „Ich möchte den Menschen Auftrieb geben, sie glücklich machen – und sie dabei auch ein wenig zum Nachdenken anregen.“ Eine derartige Klasse als Live-Band kommt natürlich nicht über Nacht. Die Geschichte von Andy Frasco nimmt kurz nach der Jahrtausendwende in einem Vorort von Los Angeles seinen Anfang: Im zarten Alter von 13 Jahren nutzt er seinen großen Charme, um einen Job in der Plattenindustrie zu ergattern. Ein paar Jahre später tourt er schon mit einer von ihm unter Vertrag genommenen Band durch die USA. „Ich bin zu schnell aufgewachsen“, blickt er zurück. „Ich habe es geliebt, unterwegs zu sein und habe immer nach vorne geschaut. Versagen ist für mich niemals in Frage gekommen.“ In dieser Anfangszeit als PR-Mann lebt Frasco eher von seinem Charisma und gibt heute gern zu, dass er damals „eine Nummer abgezogen habe“, bis er gelernt hat zu singen und Piano zu spielen. Im Jahr 2007 stellte er seine Band die U.N. aus international erfahrenen Musikern auf die Beine, die seitdem eigentlich nie mehr aufgehört hat zu touren. „Wir sind eine Gruppe von Vagabunden“, sagt er. „Seit zehn Jahren leben wir quasi auf vier Rädern und haben im Schnitt etwa 250 Shows im Jahr gespielt. Wir sehen uns im Grunde als Arbeiter und gehen auf Tour, um unseren Lebensunterhalt zu verdienen.“ Zwar werden sie manchmal gezwungen, auf Gitarrenkoffern, Gitarrenverstärkern oder irgendwo auf dem Boden zu schlafen – doch sie sind glücklich, weil sie dabei ihren Traumberuf ausüben. „Als sie noch eher unbekannt waren“, fährt Frasco fort, „haben Künstler wie Van Morrison oder The Band in jedem Café und in jeder Spelunke gespielt und die schlechten Rahmenbedingungen im Kauf genommen. So etwas lässt sich gut verkraften, wenn man den größeren Zweck im Auge behält. Bei uns heißt das: Die Menschen glücklich machen, wann immer wir können.“ Vor allem seit der Veröffentlichung von Happy Bastards im Jahr 2016 steht die buntbesetzte Combo aus Kalifornien hoch im Kurs. Das Songmaterial des Albums, das geschickt Elemente aus Funk, Soul, Rock, Roots und ihren ganz eigenen „Party Blues“ vermengt, ließ ahnen, dass hier eine Live-Band der Spitzenklasse am Werk war. Tatsächlich klangen Titel wie der funkige „Tie You Up“ und die Mitsing-Nummer „Mature As Fuck“ nie besser als beim mitgeschnittenen Auftritt in Bamberg. „Beim letzteren Stück geht es darum, dein Ding durchzuziehen und sich nicht darum zu kümmern, was andere Leute von dir denken“, erklärt Frasco, „weil man ja letztendlich schon erwachsen ist.“ Außerdem gibt es weitere Highlights aus dem bandeigenen Songkatalog wie „Sunny Day Soldier“ und „Stop Fucking Around“ vom gefeierten 2014er Studiowerk Half A Man. „Ich verzichte auf eine Setlist und gucke lieber, wie das Publikum drauf ist“, sagt der Frontman. „Dabei schneide ich mir eine Scheibe von Sängern wie Frank Sinatra oder James Brown ab, die stets wussten, wie man eine Bühne beherrscht.“ Was Frasco sicher auch tut. Als es Abend wird in Bamberg, steigt bei ihm der Energiespiegel sogar noch höher. Er klettert auf die Monitorboxen, lädt Kinder zum Tanz auf der Bühne und schickt die Menge per Kommando von einer Seite des Marktplatzes zur Anderen. („Links! Rechts!“). Und als es scheint, dass die Anarchie perfekt ist, kommt eine explosive Version des Klassikers „Killing In The Name“ von Rage Against The Machine, wobei Frasco seine Zuhörer ermutigt, als Geste des Ungehorsams den Stinkefinger zu zeigen. „Sei, wer immer du sein möchtest“, gibt er ihnen mit auf den Weg, bevor er sich mit „Now let’s get the fuck out of here“ den verdienten Feierabend einläutet. Wer Andy Frasco & The U.N. noch nie auf der Bühne erlebt hat, verpasst eine der großen Live-Bands unserer Zeit. Mit Songs From The Road bekommt man nun einen Platz in der ersten Reihe. „Ich möchte aus jeder Show ein Fest machen“, sagt Frasco zum Schluss. „Die Menschen sollen für ein paar Stunden jegliche Sorgen vergessen und völlig im Moment leben. Ich glaube, Songs From The Road fängt das Wesen unserer Band besser ein als jede Aufnahme, die wir bisher gemacht haben.“

Biografie Tasha Taylor

Tasha Taylor hatte schon immer eine Leidenschaft für Soul und Blues. Das merkt man auch auf ihrem neuen überwältigenden dritten Album Honey For The Biscuit. „Ich bin die Brücke zur nächsten Generation von Rhythm, Blues und Soul“, sagt Tasha. „Es ist sozusagen unser Familienunternehmen – und meine Passion.“
Als die Tochter von R&B-Pionier und Stax-Ikone Johnnie Taylor war Tashas Weg von Beginn an verheißungsvoll. Während manch anderer diesen Namen ausnutzen würde, macht Honey For The Biscuit deutlich, dass Tasha einen eigenen Stil hat.  „Ich begann bereits vor drei Jahren an dieser Platte zu schreiben“, erinnert sich die Sängerin und Produzentin. „Die meisten der Songs schrieb ich mit der Gitarre. Auf diesem Album geht es viel um Herzschmerz, Fehltritte und offene Fragen. Es geht darum etwas Bestimmtes durch jemanden zu finden.“
In Los Angeles aufgenommen bekam Tasha für ihr neues Album kräftige Unterstützung: Nathan Watts am Bass, John Notto und Jon Taylor an der Gitarre, Don Wyatt am Piano, Munjungo Jackson  an den Percussions, Gerry Brown, Ronald Bruner und Stanley Randolph am Schlagzeug sowie Jamelle Williams, Matthew DeMeritt und Lemar Buillary als Bläser. Tasha selbst ist außerdem an der Gitarre und den Percussions zu hören. Honey For The Biscuit ist ein mitreißendes Album, das Soul, Funk und Blues verkörpert. „Ein paar Soulelemente gibt es bei mir immer“, erzählt Tasha. „Diese Platte hat auch einen Hauch Nashville, was auch für mich eine neue Erfahrung war. Drei Songs habe ich zusammen mit Tom Hambridge und Richard Flemming geschrieben (Leave That Dog Alone, How Long und Weatherman). Insgesamt gesehen ist diese Platte dem Blues sehr nahe, sowohl inhaltlich als auch musikalisch. Sie wird die Menschen auch zum Tanzen bringen, also seid bereit dafür!“
Honey For The Biscuit hat nicht nur besondere Songs sondern auch besondere Gäste. Es gibt den leichtfüßigen Gitarrenlick von „Family Tree“ (mit Special Guest Keb‘ Mo‘), den Doo Wop-Refrain von „Little Miss Suzie“ (mit Robert Randolph an der Lap Steel), die energetische, funkige Ode an einen betrügerischen Mann bei „Leave That Dog Alone“ (mit Samantha Fish) und den Song „Same Old Thing“ mit keinem geringeren als Tommy Castro am Mikrophon. „Ich kann mich sehr glücklich schätzen, dass so großartige Künstler an meiner Platte mitgewirkt haben“, erzählt Tasha lächelnd. „Das ist wie Honey für mein Album…“      
Selbst in dieser Königsklasse des Blues ist es doch Tashas ergreifender Gesang, der von emotionaler Tiefe zeugt und die Platte zu dem macht, was sie ist. In den Texten geht es unterdessen um ihre Erfahrungen aus einer Zeit des Umbruchs. „Es war schön zurückzublicken auf etwas, das eine wesentliche Momentaufnahme meines Lebens ist. Dabei realisiert man erst, was man alles aus seinen Erfahrungen lernen kann. Es geht oft um die Suche nach etwas, um Liebe, Begierde und das Leben selbst. Wenn ich dieses Album höre, merke ich, dass ich schon eine Menge durchgemacht habe, und ich bin froh, diese Erfahrungen gemacht zu haben.“
Es braucht schon mehr als ein gebrochenes Herz, um sie von ihrem Weg abzubringen. Schaut man sich ihre Vergangenheit an, ist klar, dass Tasha nicht einfach nur das Talent ihres Vaters geerbt hat, sondern auch seine unermüdliche Arbeitsmoral. Obwohl sie zwar im texanischen Dallas aufgewachsen ist, war ihr Zuhause quasi der Tourbus. „Meine Kindheit ist kaum mit der anderer zu vergleichen“, erinnert sie sich. „Ich bin sozusagen auf Tour aufgewachsen. Es ist zwar kein Job, den die Väter anderer Kinder hatten, aber ich habe so viel dabei gelernt, wenn ich ihm vom Bühnenrand aus zusah.“     
Für eine Weile sah es aus, als würde Tasha einen anderen Weg einschlagen. Sie zog nach Norden, um an der Boston University Schauspiel zu studieren, bevor sie Nebenrollen in TV-Serien wie Ugly Betty und Dr. House übernahm. Doch die Musik in ihrer DNS ließ sich nicht abweisen, und so komponierte Tasha nebenher Soundtracks für Shows wie Men In Trees und Lipstick Jungle, bevor sie 2008 schließlich ihr Solodebut Revival veröffentlichte.
Drei Jahre später folgte Taylormade: ein brillantes Album aus selbstgeschriebenen Songs, das ihrem verstorbenen Vater mit dem Cover von „Who’s Makin‘ Love“ Respekt zollt. „Er war eine Inspiration“, erzählt sie. „Ich erinnere mich daran, wie es war mit ihm auf Tour zu sein. Wenn ich mich einmal ausgelaugt oder krank fühlte, sagte er: ‚Du musst nicht singen, wenn du dich nicht gut fühlst - oder aber du entscheidest dich, ein richtiger Showhase zu sein.‘ Ich denke, ich werde mich immer für den Showhasen entscheiden.“
Dem Rat und Vorbild ihres Vaters folgend machte sich Tasha einen internationalen Ruf für ihre energiereichen Shows, die das Publikum seine Sorgen vergessen lässt. „Es ist mit sehr viel Energie und Gefühlen verbunden“, erklärt sie. „Auf der Bühne fühle ich die Seele der Musik und gebe deshalb alles in meinen Shows. Ich liebe es zu sehen, wie sich das Publikum mit meiner Musik identifiziert.“
2016 wird Tasha mit dem Blues Caravan durch Europa und die USA touren, im Gepäck ihr Honey For The Biscuit: ihr drittes Album, das all ihr Potenzial offenbart und helfen wird, ihr liebstes Genre und ihren berühmten Nachnamen in einer neue Ära zu tragen. „Wenn nur eine Person dadurch einen neuen Lieblingssong hat“, überlegt sie, „dann bin ich glücklich!“ 

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