Biografie Devon Allman

Verzweifelte Zeiten erfordern großartige Musik. Im September 2016 bei Ruf Records veröffentlicht bescheinigt Devon Allmans neues Album Ride Or Die, dass das Leben kein Picknick ist. Das bereits dritte bei Ruf Records erscheinende Soloalbum erinnert uns jedoch auch daran, dass es immer Hoffnung gibt. „Die Welt wird mit jeder Minute verrückter“, sagt Allman. „In diesen Songs geht es um Schmerz, Sucht, Begierde, Tod und das Gefühl, manchmal vollkommen verloren zu sein. Doch umgekehrt geht es auch darum, seinen Platz im Universum zu finden, um Wiedergeburt, Stärke, Wiedergutmachung und Rechtfertigung.“
Devon Allman ist bereits viele Wege gegangen, um seinen Platz an der Spitze der Southern Rock-Szene zu behaupten. Diejenigen, die die Karriere des US-Bandleaders schon länger verfolgen, wissen, dass sie das Unerwartete erwarten dürfen: von seinem Durchbruch mit Honeytribe über Charterfolge zusammen mit Jack Bruce und Javier Vargas bis hin zu gefeierten Soloalben wie Turquoise (2013) oder Ragged & Dirty aus dem Jahr 2014, über das Großbritanniens Blues Magazine sagte, es zeige, warum der Blues die beste Sache der Welt sei.
Als der Sänger und Gitarrist sich Ende 2014 von der Royal Southern Brotherhood trennte, ging ein hörbares Raunen durch die Blueswelt.  Doch es reicht, sich einmal Ride Or Die anzuhören, um zu verstehen, dass diese Entscheidung richtig war. „Ich brauchte meine eigene Leinwand“, erklärt Allman, „um ganz ohne Regeln das malen zu können, was ich wollte, meine eigenen Visionen. Freiheit in der Kunst ist essentiell. Wer steht schon hinter einem Künstler und sagt ‚Hm, vielleicht solltest du hier eher blau statt violett nehmen?‘ Das ist niemand, mit dem ich meine Zeit verbringen möchte!“
Für Ride Or Die, das im Mai in den Nashville Sound Stage Studios und den Switchyard Studios aufgenommen wurde und das Allman selbst produzierte, hatte er gute Verstärkung: Tom Hambridge (Schlagzeug/Co-Production), Tyler Stokes (Gitarre), Steve Duerst (Bass), Ron Holloway (Saxophon), Bobby Yang (Streicher) und Kevin McKendree (Keyboard). Die richtige Chemie machte die Songs lebendigt, ließ sie atmen und grooven – ein völliger Gegensatz zum „Cut and Paste“ der heutigen Pro Tool-Era.
Allman schrieb bis auf zwei Songs alle allein oder zusammen mit Tyler Stokes. Bei Songs wie dem gewaltigen Opening-Track „Say Your Prayers“ oder bei „Galaxies“ verbindet er traditionellen Blues-Rock mit modernem Sound. „Der Blues wurde im Süden geboren“, erzählt Allman, „und ist dort ein großer Bestandteil der Kultur. Aber ich finde, dass der Blues in seinem Wesen sehr offen ist.“
Doch dieses Album zeigt auch einen Künstler, dessen Farbpallette weit mehr als nur Blues zeigt. So wie man es von einem Mann mit einer ausgedehnten Plattensammlung und einem Tattoo von Curtis Mayfield auf seinem linken Oberarm erwartet, finden auch viele andere Genres Platz. „Bei diesem Album habe ich wirklich all meine Einflüsse eingebracht“, sagt Allman zu den abwechslungsreichen Stimmungen auf Ride Or Die. „Soul, Rock, Blues, Alternative und andere. Es geht darum, ein künstlerisches Statement zu machen, nicht darum, in irgendeine Schublade zu passen. Ich wollte dieses Album zu einem Ohr-gasmus an Gefühlen machen.“
Auf dieser Trackliste findet man alles wie vom Bläser verstärkten Soul bei „Find Ourselves“ oder das reuevolle und beinahe bittere „Vancouver“ („If I had a time machine, if I could get back somehow, I’d change so many things, she’d be with me now“). “Live From The Heart” ist ein zwölfsaitiger, Akustiksong, der sich mit den apokalyptischen Schlagzeilen in unserem Leben auseinander setzt, während die einnehmende Ballade „Butterfly Girl“ vor einem Mädchen warnt, dass dich verführen und hypnotisieren wird, wenn sie deine Welt betritt.“
Auch rein musikalisch ist Ride Or Die eine Platte, die bis an die Grenzen geht, ob beim Synth-Sound, der das Cover von The Cures „A Night Like This“ eröffnet oder dem Talkbox-Gitarrensolo bei „Lost“, in dem es um verblassende Träume geht. „Ich habe seit Space Age Blues 2010 keine eigene Platte mehr produziert“, erzählt Allman. „Wir hatten einen Wahnsinnsspaß dieses Album zu machen, die Talkbox für „Lost“ zu nutzen und das von Hendrix inspirierte „Find Ourselves“ aufzunehmen.“
Einige Künstler sind damit zufrieden, die Hits immer wieder aufzuwärmen und sich dann ihre Checks abzuholen. Mit Ride Or Die zeigt Devon Allman einmal mehr, dass er ein Künstler ist, der sich weiterentwickelt – und er lädt dazu ein vorne mitzufahren, wenn er sein bisher bestes Album hinaus auf große Tour bringt. „Ihr könnt Spaß, Schmerz und jede Menge Energie erwarten, um eure aufgewühlten Seelen zu beruhigen“, sagt Allman. „Come take the ride…“  

Biografie Skinny Molly

Der amerikanische Süden ist nicht nur eine geografische Region. Es ist ein „State of mind“, ein Lebensstil. Es ist die Art zu denken, zu trinken und sich Respekt zu erweisen. Es ist das Land, in dem die Musik regiert und die Bands, die sie machen, Götter sind. Wenn du südlich der Mason-Dixon-Linie eine Gitarre spielst, stehst du in einer Rock’n’Roll-Tradition, die von Größen wie den Allman Brothers und  Lynyrd Skynyrd angeführt wird. Wir schreiben das Jahr 2012 und Skinny Molly kommt, um an die Spitze zu stürmen und diese Szene zu erobern, die nach neuen Helden sucht.
Die vier Mitglieder von Skinny Molly mögen einen imposanten Hintergrund haben, aber bei Haywire Riot geht es nur um das Hier und Jetzt. Im frühen Herbst durch Ruf Records veröffentlicht ist dies ein Album, das die moderne Rockszene mit Old School-Werten des Songwritings, tiefgehenden Lyrics und energiegeladenen Performances erobert.
Tritt in Skinny Mollys Welt ein und du wirst dem trügerischen Lover aus Lie To Me begegnen, dem Mädchen aus Too Bad To Be True, das in ihrer Handtasche eine Pistole versteckt, und dem giftigen Ruf des Alkohols aus Devil In The Bottle.  Die Musik reicht von den swingenden Riffs aus If You Don’t care bis hin zu dem nachdenklichen Akustik-Vibe aus None Of Me- das ist das Maximum an Rock’n’Roll, ohne Anmaßung, und wenn Mike Estes im gleichnamigen Song donnert: “Hey Rock-Star, just shut up and rock!“, dann gibt es keinen Zweifel, dass der Sänger von Skinny Molly seinen Part vorbildlich erfüllt.
Aber Killersongs machen nur die Hälfte des Bildes aus. Bei großartiger Rockmusik geht es auch um Chemie und wenn die Wände der Alabama Swamper Sound Studios sprechen könnten, dann würden sie sicher von einer Recordsession erzählen, bei der vier Weltklassemusiker aufeinandertrafen und den Zauber einfingen. Als Sänger, Gitarrist, Mandolinenspieler und Bariton ist Mike eine Naturgewalt. Jay Johnson besticht durch seine ausgezeichnete Gitarrenarbeit, während Kurt Pietro (Schlagzeug) und Luke Bradshaw (Bass) mit Swing und Schärfe zugleich roh und grazil wirken.
Haywire Riot ist das Album, das uns Skinny Molly seit 2004 versprochen hat, als Mike mit Kurt und dem ursprünglichen Gitarristen Dave Hlubek für eine Tour durch Europa zusammenkam, die nie endete. Bald darauf ließ uns das Debutalbum No Good Deed mit ersten Anzeichen seiner Klasse durch Songs wie Straight Shooter und Better Then I Should hellhörig werden.
Haywire Riot wird mit Sicherheit neue Fans dieser Musikrichtung gewinnen, aber es schadet auch nicht, dass alle vier Skinny Molly-Mitglieder für sich bereits Legenden sind. Nachdem Mike bereits als Teenager Freundschaft mit Allen Collins schloss,  wurde seine erste Band, Helen Highwater, durch die spätere Lynyrd Skynyrd-Ikone getauft und betreut. Der Bund wurde noch vertieft, als die junge Band Skynyrds Tribute Tour 1987 eröffnete.
Nach der Skynyrd-Zeit hat Mike die Billboard Charts mit der Single White Knuckle Rise erobert und außerdem zwei Soloalben (Driving Sideways und Brave New South) veröffentlicht. Im Jahr 1995 wurde er in den Hollywood Rock Walk of Fame aufgenommen, mit Skinny Molly hingegen bekommt man den Eindruck, dass er gerade erst richtig loslegt.
Kurt war Skinny Mollys Schlagzeuger von Beginn an. Unter dem Einfluss von Musikern wie Jakson Spires von Blackfoot und Tommy Lee von Mötley Crüe entwickelte er seine eigene einzigartige Technik, die ihn bald von einem Neuling zu einem Meister in den heiligen Michigan Studios werden ließ.
Kurts Fähigkeiten erforderten ein außergewöhnliches Basstalent und im Jahr 2012 wurde Skinny Molly durch Luke Bradshaw komplettiert. Gleichmäßig erfahren am Elektro- und Standupbass und in der Lage, sein Talent jedwedem Projekt zu widmen, ist Luke als Mitglied von Skinny Molly doch wohl einfach am besten.
Mit Mike Estes im Lineup könnten sich manche Gitarristen unter Druck gesetzt fühlen. Nicht so Jay Johnson: Möglicherweise der einzige Musiker, der fähig ist, seinem Frontmann die Stirn zu bieten.
Einzeln für sich sind sie bereits großartig. Wenn diese Musiker als Skinny Molly zusammen  kommen, dann ergibt das einen Molotov-Cocktail aus Talent, der mit Sicherheit einschlagen wird, wenn ihr zweites Album veröffentlicht wird. Sicher, bei den Jungs mögen die Dinge ein wenig “haywire” laufen. Aber vertraut uns- you’ll definitely have a riot!

Biografie Wentus Blues Band

Das nunmehr siebente Album der Wentus Blues Band aus Finnland wurde in den Levon Helm Studios in Woodstock, NY im Herbst 2010 aufgenommen.

Bei allen zwölf Songs auf "Woodstock" handelt es sich ausschließlich um Song aus der eigenen Feder. In erster Linie zeichnen die Bandmitglieder Juho Kinaret, Niko Riippa, Robban Hagnäs and Pekka Gröhn für den Hauptteil des Materials verantwortlich. Produzent Clas Yngström steuert einen weiteren Song bei. Bei drei der Songs schrieb der frühere Cream-Texter Pete Brown die Texte.

Bereits in der Vergangenheit haben Clas Yngström und die Wentus Blues Band zusammen gearbeitet, ebenfalls als ihr Produzent für das Album "No Beginner" (2001). Yngström selbst ist Musiker, und steht der Band Sky High seit mehr als 30 Jahren vor.

Die Wentus Blues Band wurde 1986 in der finnischen Kokkola gegründet. Der Bandname wurde von der Gemeinde Ventus von Kokkola abgeleitet, wo sich auch heute noch der Bandprobenraum der Gruppe befindet. Neben ihrer eigenen Karriere hat die Gruppe auch einige bekanntere Blues und Rockacts begleitet. Durch diese Touren hat die Wentus Blues Band schon in zahlreichen europäischen Ländern gespielt.

Ihr zwanzigjähriges Bestehen feierte die Wentus Blues Band mit einem Konzert über drei Abende in Helsinki im September 2006. Unter anderem standen an diesen Abenden mit ihnen Louisiana Red, Lazy Lester, Kim Wilson (The Fabulous Thunderbirds), Mick Taylor (The Rolling Stones), und Sven Zetterberg auf der Bühne.

Gefilmt wurden diese Konzerte unter der Leitung von Regisseur Heikki Kossi. Der daraus resultierende Film "Family Meeting", war anschließend sogar für zwei nationale Film Awards in Finnland nominert und wurde auf zahlreichen Festivals in Europa, den U.S.A. und Kanada aufgeführt.

Die Wentus Blues Band besteht aus folgenden Mitgliedern: Mikael Axelqvist (drums), Pekka Gröhn (keyboards, backing vocals), Robban Hagnäs (bass, backing vocals), Juho Kinaret (vocals, percussion), Niko Riippa (guitar), and Kim Vikman (guitar). Axelqvist, Hagnäs, Riippa, und Vikman sind übrigens seit der vor Bandgründung vor  über 24 Jahren dabei.

Biografie Oli Brown

Bei Oli Brown tut sich gerade richtig viel. Die Welt kennt seinen Namen. Die Szene kennt seinen Ruf. Seine Mission, den Blues-Rock den Menschen näher zu bringen, hat ihn durch verschiedene Erdteile gebracht, durch mehrere Zeitzonen geführt und Sprachbarrieren durchbrechen lassen. Doch egal wie weit ihn der Tourbus auch bringt, Oli wird nie vergessen, wo seine Wurzeln liegen, noch die Stadt, die ihm seinen Weg in die Musik gezeigt hat. So kam es auch, dass er am 16. Dezember 2012 in die Stadt zurückkehrte, in der er einst auf dem Schulhof von einem Plattendeal träumte – nur um jetzt als gefeierter Held ein Heimatkonzert zu geben, das Seinesgleichen sucht.
Sicherlich war Oli bereits des Öfteren zu Konzerten in Norwich, um seinen treuen Fans aus der Heimat für ihre Unterstützung zu Beginn seiner Karriere zu danken. Und doch war der Einsatz bei diesem Gig höher und die Luft knisterte noch ein wenig mehr als sonst, denn dieses Mal zog die Band zusammen mit einer Filmcrew in das Waterfront ein, um die Show für die neueste Veröffentlichung der Songs From The Road-Reihe von Ruf Records aufzunehmen. „Ich wollte unbedingt meine Live-Show in Norwich aufnehmen“, erklärt der Bluesmusiker. „Hier waren alle so gut zu mir.“
Im Juni 2013 als CD/DVD-Set veröffentlicht fängt Songs From The Road Oli gerade auf dem vorläufigen Höhepunkt seiner Karriere ein; mit einer Setlist, die alle drei Alben vereint, die Oli dorthin brachten, wo er heute ist. Von seinem 2008er Album Open Road gibt es den unwiderstehlichen Groove von Stone Cold. Vom hochgelobten Heads I Win Tails You Lose (2010) ist Speechless mit dabei, während vom alles verändernden Album Here I Am (2012) Songs wie Thinking About Her, Manic Bloom und Devil In Me die Halle erzittern lassen. Durch die neuen Songs wie beispielsweise Love Is Taking Its Toll feiert Oli nicht nur seine bisherigen Höhepunkte, sondern zeigt auch eindrucksvoll, was wir in Zukunft von ihm erwarten können.
Tatsächlich ist Songs From The Road nur ein weiterer Höhepunkt, der Oli Brown ein weiteres erfolgreiches Jahr verspricht. Währenddessen macht dieser sich für einen aufregenden Sommer bereit: Neben seinen Shows als Support für die Gitarrenlegenden Joe Satriani und Johnny Winter spielt er außerdem noch auf verschiedenen Festivals und natürlich auf seiner eigenen Headline Tour.   
In Anbetracht all dieser Erfolge kann man leicht vergessen, dass Oli erst Anfang 20 und erst ein Jahrzehnt vergangen ist, seitdem er erstmals zur Gitarre griff. „Ich hatte überhaupt keine Karriereambitionen bis ich 2002 anfing Gitarre zu spielen“, erzählt er. „Blues war immer nur im Hintergrund, aber was mich wirklich bewegte, war das erste Stevie Ray Vaughan Album, das ich mir kaufte. Als ich anfing zu spielen, wurde ich vor allem von Hendrix beeinflusst. Er war auch ein Showman; wie er damals seine Gitarre in Flammen setzte - das habe ich nie gemacht!“
Bald schon begann Oli spontane Jamsessions in Norwich zu spielen: „Wir wussten nicht einmal, was wir da spielten, aber ich habe dabei viel gelernt.“ Den Schlüsselmoment hatte Oli Brown mit 15 Jahren, als er in die USA als Gast von Blinddog Smokin‘ eingeladen wurde – eine Rolle als Support, die sich eher zu einer Art Mentorenprogramm entwickelte, indem Oli mit Buddy Guy oder Taj Mahal erst auf der Bühne stand um anschließend von ihnen „unterrichtet“ zu werden. „Vorher war es mir eigentlich egal, welche Musik es ist, solange ich selbst spielen konnte“, gibt er zu. „Aber während dieser Zeit haben sie mir alles über Blues, Bühnenkunst und das Gespräch mit dem Publikum beigebracht.“
Oli kam noch mehrere Mal mit Blinddog Smokin‘ in die USA, während er nun auch die Ratschläge und Weisheiten  von Legenden wie Robben Ford, John Mayall und Walter Trout mit sich trug.
Machen wir einen Sprung ins Jahr 2008 und aus dem Schüler ist bereits ein Meister geworden. Als Labelchef Thomas Ruf dann eine atemberaubende UK Show von Oli besuchte, nahm dieser ihn sofort unter Vertrag. Von nun an entwickelten sich die Dinge sehr schnell. Noch im selben Jahr veröffentlichte Oli Brown sein erste Album Open Road: ein umwerfendes Debut, das funky Songs wie Psycho mit berührenden Solos wie Missing You verband.
So fing es an. Mit dieser ersten Veröffentlichung erwachte auch das Medieninteresse: Blues Matters wählte Open Road zum #2 Album 2008, Classic Rock erklärte, Oli habe den Blues im Blut wie wenige andere seines Alters. Nachdem die Oli Brown Band als einziger UK-Künstler für die International Blues Convention 2008 in Memphis ausgewählt wurde und Oli eine Live Session mit John Fry aufnahm, die in nur einem Monat 1,3 Millionen Zugriffe verzeichnete, hatte Oli sich endgültig einen Namen in der Szene gemacht.
 Schließlich hört auch der legendäre britische Produzent Mike Vernon von dem jungen Bluesmusiker. Schwer beeindruckt zog es ihn aus seiner Altersteilzeit zurück, um mit Oli an seinem zweiten Album Heads I Win Tails You Lose zu arbeiten. Veröffentlicht im April 2010 wurde die Platte überall hochgelobt und Mojo bezeichnete Oli sogar als „the hottest yound pistol in British blues“, während Classic Rock das Album auf Platz 3 der Bluesalben des Jahres wählte.
Nach mit einer Auszeichnung als ‚Best Male Vocalist‘ und ‚Best Young Artist‘ bei den British Blues Awards 2010 hätten sich manch andere Musiker sicher auf ihren Lorbeeren ausgeruht. Nicht so Oli. Er sagte einmal, dass Blues unbedingt live gehört werden muss und so tourte er allein im Jahr 2011 durch Europa, UK, Neu Seeland, Kanada und die USA. Nach zwei weiteren Preisen bei den British Blues Awards endete sein Jahr, wie er es sich nicht besser hätte erträumen können: mit 25 Show mit John Mayall. Jemand sollte ihn mal kneifen…
Doch gerade dann, wenn du glaubst, den wahren Oli Brown zu kennen, kommt er mit einem neuen Album: „The neue Album heißt Here I Am“, erklärt Oli, „denn ich will sagen ‚Das bin ich‘. Menschen wissen, wenn etwas unglaubwürdig ist. Ich versuche nur ehrlich zu sein.“ Here I Am ist der Sound eines Künstlers auf seinem Höhepunkt. Als Oli in das Studio in Nottingham kam, hatte er noch den Applaus der Fans, der Presse und seiner Vorbilder im Ohr sowie eine Wagenladung Trophäen und entsprechende Erwartungen im Gepäck. Die meisten 22-Jährigen hätten sich unter Druck gesetzt gefühlt, doch mit seinem Dreamteam aus Wayne Proctor (Schlagzeug/Produzent) und Scott Barnes (Bass) um sich, spielte er schnell zwölf neue zeitlose Songs ein.
Als das Album dann an die Spitze der Charts von iTunes, Amazon und HMV schoss und ihm die Auszeichnung als ‚Best Young Artist‘ bei den British Blues Award 2012 einbrachte, war klar, dass Oli Brown es wieder einmal geschafft hatte.

Biografie Walter Trout

"Ich werde oft gefragt, ob man meine Musik lieber Blues oder Rock nennen sollte. Ich sage: Wenn Sie der Musik unbedingt einen Namen geben müssen, dann nennen Sie sie bitte 'Fred'."
Walter Trout - der mit dem Glaubenssatz "Der Blues sollte kein Museum sein ... die Musik muss ständig wachsen und lebendig bleiben" seine musikalische Einstellung zum Ausdruck bringt - hat während seiner 35-jährigen Karriere immer wieder solche Aussagen gemacht. Die Veröffentlichung von FULL CIRCLE macht Trouts Philosophie jetzt noch deutlicher. Zusammen mit befreundeten Musikern zeigt Trout, dass er alle Stilnuancen des Bluesgenres zu würdigen weiß. Das Album spiegelt seinen bemerkenswerten Lebenslauf wider, vom bescheidenen Anfang als Sideman für mehrere Blueslegenden über den Aufstieg als Solokünstler bis zu seiner jetzigen Stellung als einer der populärsten Interpreten des Blues.

Walter Trout wurde 1951 in Ocean City, New Jersey geboren. Er wuchs in einem Musik liebenden Haushalt auf und fühlte sich schon als Kind dazu berufen, Musiker zu werden. Seinen Anfang im Schulorchester machte er auf der Trompete. Sein Traum von einer professionellen Musikkarriere bekam einen entscheidenden Impuls, als er dem großen Duke Ellington begegnet ist - Walter nennt das Ereignis einen "Wendepunkt" in seinem Leben.
Zu seinem zehnten Geburtstag hatte seine Mutter das Treffen mit den Jazzlegenden Ellington, Cat Anderson, Johnny Hodges and Paul Gonsalves organisiert. So wurde der Grundstein für eine Musikkarriere gelegt.

Mitte der 60er stieg Trout dann auf E-Gitarre um. Der Wechsel kam, nachdem er das Album Paul Butterfield Blues Band featuring Mike Bloomfield gehört hatte. Dieses Album beeinflusste Trouts Einstellung zur Musik grundlegend und zementierte zugleich seine Vorliebe für Blues und für die E-Gitarre. In den Rillen dieser Vinylplatte hörte Walter, wie Bloomfields Gitarre mit seiner Seele sprach - in einer Sprache, die über die der Worte hinausging. Trout hat es sich daraufhin vorgenommen, diese musikalische Sprache zu lernen und widmete sein Leben daraufhin der Gitarre. Er verbrachte Stunden, Tagen, Wochen, Monate allein in seinem Zimmer und übte bis seine Finger bluteten. Leider führte seine Obsession dazu, dass der einstige Einserschüler schließlich auch die Schule abbrach. Trost fand Walter als schüchterner Teenager in einem turbulenten Haushalt einzig in seiner wachsenden Fähigkeit, seine Gefühle durchs Gitarrenspiel zum Ausdruck zu bringen und in seiner Vision von einer Profikarriere als Musiker.

Als junger Mann spielte Trout in einer Reihe von Bands in New Jersey und wurde so zum Konkurrenten von Bruce Springsteen mit seiner Band "Steel Mill." 1973 packte er seine Habseligkeiten in einen VW Käfer und fuhr quer durchs Land bis zur Westküste. Als er in Los Angeles ankam, besaß er nur ein paar Kleidungsstücke, eine Trompete, eine Mandoline und einige Gitarren.

Er entwickelte sich dort schnell zum gefragten Sideman und war mit vielen der hiesigen Blueskünstler unterwegs. Oft war er der einzige "white boy" in den schwarzen Lokalen. Gigs mit Finis Tasby, Pee Wee Crayton, Lowell Fulsom, Percy Mayfield u.a. führten dazu, dass sich seine technischen Fähigkeiten schnell verbesserten. Die extrem niedrigen Gagen des jungen Musikers wurden durch die Möglichkeit, sich musikalisch auszudrücken mehr als ausgeglichen. Leider übernahm Trout von seinen Musikerkollegen auch eine weniger hilfreiche Gewohnheit, nämlich den Alkohol- und Drogenmissbrauch. Er spielte jedoch häufig mit dem Hammond B3-Genie Deacon Jones zusammen und führte seine Ausbildung in den Bands von John Lee Hooker, Big Mama Thorton und Joe Tex weiter.

1981 führte Trouts guter Ruf zum Einstieg bei den Bluesrock-Veteranen von Canned Heat. Er blieb bis 1984 Bandmitglied. Auf ihren Tourneen innerhalb und außerhalb der USA lernte er den Alltag als tourender Musiker kennen. Nacht für Nacht entwickelte sich sein schon beachtliches Gitarrenspiel weiter und bestätigte seinen Ruf als einer der fähigsten Leadgitarristen der Szene. In einer Band, die berühmt war für ihre Exzesse, ging Trouts Drogenkonsum jedoch weiter.

Als er die Chance bekam, den legendären John Mayall's Bluesbreakers beizutreten und neben ihrem Gitarristen Coco Montoya im Rampenlicht zu stehen, zögerte Trout nicht. Mit Trout und Montoya stieg diese Band in Schwindel erregende Höhen auf - ihre Alben erreichten die bislang höchsten Verkaufszahlen ihrer Geschichte, während Tourneen in aller Welt große Beachtung in den Medien fanden. In seiner Zeit bei den Bluesbreakers glaubte Walter, seinen Kindheitstraum nun fast erfüllt zu haben. Aber gleichzeitig geriet sein ungesunder Lebensstil außer Kontrolle; im Tour-Rider der Band stand bsw., dass Trout jeden Abend eine Flasche Jack Daniels bekommen sollte. Die Offenbarung kam schließlich in Ostberlin, als die Band einige Shows neben Carlos Santana spielte. Nach einem Auftritt, den Walter im alkoholisierten Zustand absolviert hatte, nahm ihn Santana zur Seite und erklärte ihm in einem offenen Gespräch, dass er dabei war, sein gottgegebenes Geschenk zu vergeuden. Dass dieser musikalische Meister und Idol Trouts Talent erkannt hatte und privat seine Sorgen über dessen Selbstzerstörung äußerte, bedeutete für Walter einen Wendepunkt ... kurz darauf verschwanden Drogen und Alkohol aus seinem Leben.

Als er clean war, spürte Trout, dass er mehr zu bieten hatte als nur das gelegentliche feurige Gitarrensolo als Sideman für die Bluesbreakers. Eine dänische Plattenfirma und Touragentur hatte schon Interesse an einem möglichen Soloprojekt gezeigt, nachdem Walter eine Zeit lang die Bluesbreakers geführt und mit ihnen einen besonders inspirierten Auftritt geliefert hatte. (Mayall war zu diesem Zeitpunkt krank.) Trout ging ernsthaft in sich und entschied letztendlich, dass die Zeit für eine Solokarrierre gekommen war. Er stellte eine Band aus ihm bekannten Musikern aus Los Angeles zusammen und nannte sie The Walter Trout Band. Auf die Trennung von Mayall folgten schnell die ersten Tourerfolge in Europa; Trout füllte dort große Hallen und spielte auf Festivals. Seine Musik lief im Mainstream-Radio. Anfang der 90er landete er mit seinem einzigartigen Bluesrock in den Charts und hatte sogar einige Radio-Hits. Er tourte ständig und veröffentlichte in diesem Jahrzehnt insgesamt acht Alben. Mit jedem davon gewann er neue Fans dazu.

Der kommerzielle Erfolg und die positiven Kritiken in Europa hielten ihn derart auf Trab, dass seine US-Aufenthalte bald nur dazu dienten, sich von den Strapazen zu erholen, die seine Popularität in Europa mit sich brachte. Wie viele andere amerikanische Blues- und Rootsmusiker hatte Walter Trout in Europa eine unglaublich große Fangemeinde, war aber zuhause kaum beachtet. Da er inzwischen eine Familie gegründet hatte, hatte der Musiker aber kein Problem damit. Die Freizeit bot ihm Erholung von der Welt des Tourens und Musikmachens.

Man mag es kaum glauben, aber die CD WALTER TROUT, die 1998 bei Ruf Records erschien, war seine erste "offizielle" Veröffentlichung in den USA. Kurz danach wurde die Band in Walter Trout and The Free Radicals umbenannt. Sie tourten jetzt verstärkt in den USA und gewannen mit ihren höchst explosiven, leidenschaftlichen Konzerten langsam, aber stetig neue Fans dazu. Ob auf einer großen Bühne vor 50.000 Menschen oder im kleinen Club vor ein paar hundert Gästen - es ging Walter immer darum, durch seine Kunst die Herzen der Menschen zu erreichen. Er wollte seine Leidenschaft für die verschiedenen Musikstile vermitteln, die seinen eigenen Sound geprägt hatten.

Seitdem hat Ruf Records ein halbes Dutzend Walter Trout-CDs in den USA veröffentlicht, während Walter noch effektiv und häufig auf Tour gegangen ist. Um eine größere Fangemeinde in den USA zu erzielen, hat er in den vergangenen Jahren fast genau so viel Zeit dort wie in Europa getourt. Aber seine europäischen Fans haben ihm trotzdem die Treue gehalten.

Mit FULL CIRCLE zeigt Walter Trout, dass seine musikalische Leidenschaft heute noch genau so stark ist, wie in der Zeit vor über 35 Jahren, als er als Teenager mit seiner Musikkarriere anfing. Er betrachtet das neue Album als Hommage an die Menschen und die Zeiten, die seine Karriere entscheidend geprägt haben. Er zeigt damit auch, dass die vielen "Lager" innerhalb des Bluesgenres nebeneinander bestehen und sich gegenseitig bereichern können, ohne sich gegenseitig den Rang abzulaufen oder die Authentizität zu bekämpfen. Es ist schon immer Trouts Traum gewesen, die Grenzen zwischen den Bezeichnungen, die den verschiedenen Musikgenres anhaften, zu sprengen. Damit will er zeigen, dass es völlig unwichtig ist, WIE man Musik nennt. Schließlich ist das, was man durch die Musik fühlt, für Walter Trout das einzig Wichtige.

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