Biografie Royal Southern Brotherhood

Noch bevor sie einen allerersten Akkord angeschlagen haben, geniessen Royal Southern Brotherhood die ungeteilte Aufmerksamkeit. Im Süden der U.S.A., dort wo Musik nicht nur Musik sondern Religion ist, stechen zwei Rock 'n' Roll Dynastien ganz besonders hervor. Das bloße Erwähnen der Allman- und Neville Brothers ruft in sämtlichen Bars zwischen Mississippi und Maryland die unglaublichsten Reaktionen hervor. Unterhaltungen verstummen abrupt. Das Billardspiel wird unterbrochen. Hüte werden respektvoll gelüftet und Bierflaschen zum "Salut" erhoben. Und um es direkt vorweg zu nehmen: Wir sprechen hier von Göttern und nicht einfach nur von Bands - und eine Besetzung, die sowohl Cyril Neville als auch Devon Allman aufführt, schürt große Erwartungen. Wir dürfen versichern: Royal Southern Brotherhood erfüllen jede einzelne dieser Erwartungen!
Aber: So vielversprechend sich der "Stammbaum" auch liest - Royal Southern Brotherhood begründet sich auf dem musikalischen Talent jedes einzelnen Mitgliedes. Hier geht es nicht um sentimentale Rock Historie. Hier geht es um das Hier und Jetzt!

Doch spulen wir zurück zum Sommer 2010. Wir spüren wieder die stickige Hitze New Orleans. Diese Stadt, in der die Allmans' in viel früheren Jahren Hausband des legendären "Warehouse" waren, wird nun zur Kulisse des entscheidenden Zusammentreffens von Cyril, Devon und Mike Zito. Ihre Gespräche führen letztlich zur Gründung einer völlig neuen Art von Blues-Rock Band - und als in einem abgeschotteten Studio in New Orleans' Garden District die ersten "Jams" beginnen, scheint die Luft zu flirren - so eindeutig stimmt die Chemie zwischen den Musikern.

Eine handvoll Demos ließ das Potential dieses Projektes bereits erahnen und das Netz summte geradezu, als ein Hagel von "Teaser Videos" bei YouTube einschlug - doch ihren sentationellen Durchbruch hatten Royal Southern Brotherhood mit ihrer Debüt Show in der "New Orleans Rock 'N' Bowl" im September 2011. Das ist feinster Südstaaten Rock und doch irgendwie anders, als wir ihn kennen. Es ist ein Konglomerat des Besten, was die Nevilles und die Allmans an stilistischen Feinheiten mitbringen - angereichert mit einer gehörigen Portion Raketentreibstoff. Die Reaktion des Publikums: "RSB durchschlägt die Rockszene wie eine Abrissbirne..."!

Diese Bandbesetzung hat das Zeug Geschichte zu schreiben.

Bestens bekannt: Cyril Neville. Poet, Philosoph, Percussion Meister und der vielleicht letzte große Soulsänger der Südstaaten. Mit 63 schreibt er nun am letzten Kapitel seiner beispiellosen Karriere, die 1970 mit seiner Solo Single "Gossip" und dem Eintritt in die Funkband The Meters seines älteren Bruders Art beginnt. Er übernimmt Vocals und Percussions in der Band und mit Alben wie "Cabbage Alley" (1972), "Cissy Strut" (1974) und "Fire On The Bayou" (1975) klettern The Meters unaufhaltsam in die Charts - 1975 eröffnen sie auf Einladung Mick Jaggers gar die "Rolling Stones Stadium Tour". Cyril ist der Schlüssel zum Erfolg der Neville Brothers, er erschafft magische Momente mit Größen wie Bob Dylan, Bono und Willie Nelson, er tourt mit Funkact Galactic, leitet sein Soloprojekt Tribe 13 und absolviert zahlreiche TV-Auftritte z.B. in der Late-Night-Show "Jimmy Kimmel Live!" und der Dramaserie "Treme".
Ein mörderischer Lebenslauf - doch Cyril startet weiter durch!

Im September 2014 gab Mike Zito den Austritt aus der Band bekannt, um sich nunmehr auf seine Solokarriere mit seiner Band The Wheel zu konzentrieren. Er ist schwer zu ersetzen, doch mit Sänger und Gitarrist Bart Walker hat die Band einen ebenbürtigen Ersatz gefunden. Bart Walker gewann 2012 den begehrten Preis als bester Gitarrist bei der International Blues Challenge. Sein erstes Soloalbum für Ruf Records (Waiting On Daylight) hat er bereits Anfang 2013 veröffentlicht, während er parallel mit dem Blues Caravan durch Europa, Kanada und die USA tourte.

Im April 2015 wurde Devon Allman durch keinen geringeren als Tyrone Vaughan ersetzt. Tyrone stammt aus einer Familie, die den Blues im Blut hat. Wenn dein Vater Jimmie Vaughan und dein Onkel der viel gepriesene Stevie Ray ist (der Tyrone seine erste Gitarre im Alter von 5 Jahren gab), dann kann das ein Segen oder auch eine Fluch sein. Von Tyrone wird viel erwartet, wenn er eine Bühne betritt, und es braucht Courage, solch einer Familientradition zu folgen. Zum Glück beeinträchtigte Tyrone dies nicht, sodass er seinen eigenen Stil entwickeln konnte. Er ging seinen eigenen Weg und arbeitete sich als Teenager durch die Clubszene Austins und schließlich ganz Texas‘. Durch harte Arbeit und den ein oder anderen Ratschlag seiner Familie entwickelte er eine gefühlvolle Stimme und einen Gitarrenstil, der Blues, Rock und Country verbindet.

Aber wie Cyril immer sagt: "Auf die richtigen Zutaten kommt es an!" - und aus genau diesem Grund besteht die Rhythmusgruppe der RSB aus keinen Geringeren als Bassist Charlie Wooton und Yonrico Scott, beides schwergewichtige Namen aus der einschlägigen Szene der Südstaaten; so schlug Scott bereits bei der Derek Trucks Band, Greg Allman und den Allman Brothers selbst auf die Felle.

Diese fünf brillanten Musiker, gemeinsam als Royal Southern Brotherhood unterwegs, werden einiges auszurichten wissen...

Biografie Omar Kent Dykes & Jimmie Vaughan

Der Jimmie Reed Highway ist eine vielbefahrene, genauso sagenumwobene Straße durch den Süden der United States wie auch Robert Johnsons mythische Crossroads. Sie führt durch den Geist von Männern und Frauen eines ganz bestimmten Schlages, nämlich derer, die in einem Umfeld von Rassentrennung aufgewachsen sind und gegen ihre Eltern, das Gesetz, all den affektierten Anstand und alte Gepflogenheiten rebelliert haben. Sie folgten einfach der Einladung eines einzigen Bluesman, überquerten die Colorline und begleiteten ihn auf seinem Weg, um die Wahrheit zu finden, während er sie, eine ganze Generation, von der Bühne aus, durch Jukeboxen und durch das Radio beschallte.
Es war für sie wie ein Sirenenruf, dieser schmutzige, kehlige Sound eines weisen Mannes, der "Hush, Hush" singt. Damit holt er den "Big Boss Man" von seinem Thron oder weist den Hörer an, sich einiger Versicherungen zu entledigen ("Take Out Some Insurance"), bevor sie die hellen Lichter der großen Stadt erblicken ("Bright Lights, Big City"). Ein Sirenenruf, der keine andere Möglichkeit lässt, als zu antworten. Selbst wenn sie es versucht hätten, hätten sie diesem stetigen, dreckigen, Rhythmus widerstehen können, der nur vom scharfen Näseln einer E-Gitarre und dem süßen Jaulen einer Mundharmonika unterbrochen wird. Und wenn sie sich zusammenlehnen, können sie sogar die kaum wahrnehmbare Stimme einer Frau hören die vergessene Lyrics in ihre Ohr flüstert.
Niemand kann das vollbringen, was nur Jimmie Reed schafft. Aber diese Fahrt den Jimmie Reed Highway herunter, mit dem aus Mississippi stammenden Kent "Omar" Dykes am Steuer, mit Jimmie Vaughan (dem älteren Bruder des legendären Stevie Ray Vaughan) als Beifahrer, und in Begleitung von Leuten wie Kim Wilson, Miss Lou Ann Barton, James Cotton, Delbert McClinton, und Gary Clark, Jr., kommt dem gewaltig nah. Wenn Omar den Motor tritt und richtig Gummi lässt auf der zweispurigen Teerdecke, die gesäumt ist von fragwürdigen Frauen, leeren Whiskeyflaschen, zu vielen Zigarettenkippen und schlechten Intentionen, lässt er John Law hinter sich seine Abgase schlucken. Spring auf und dreh laut! Der elektrische Bluesman der den Verstand schärft und eine musikalische Generation bewegt lebt und es geht ihm gut.

Biografie Omar & The Howlers

Austin ist nicht nur Hauptstadt von Texas, sondern auch Heimat vieler der besten Rootsmusiker in den Vereinigten Staaten. Seit den 1970ern vermischen sich in der pulsierenden Clubszene der Stadt die Stile von draufgängerischen Bluesmusikern, rebellischen Country-Fingerpickern und mit Reibeisenstimmen ausgestatteten Rockern. Kent "Omar" Dykes nennt Austin sein Zuhause. Dort spielte er zusammen mit einigen der namhaftesten Songwriter und Musiker seiner Wahlheimatstadt auch sein letztes Ruf Records-Studioalbum Boogie Man ein.

Dykes kommt ursprünglich aus McComb, Mississippi, einer Kleinstadt, die sich auf eine kuriose Weise ausgezeichnet hat - aus McComb stammen nämlich sowohl Bo Diddley als auch Britney Spears. Die Geschichte seiner Jugend ist mittlerweile allseits bekannt: Mit sieben fing er an, Gitarre zu spielen, mit 12 hing er schon in den Juke Joints am Stadtrand herum, mit 13 kam er zu seiner ersten Band. Das nächstälteste Bandmitglied war übrigens schon 50. Gab es während einer ihrer Auftritte eine Schießerei, war das kein Problem - in dieser Musikszene wurden Schüsse lediglich als ein weiteres Perkussioninstrument betrachtet.

Mit 20 spielte Kent Dykes bei einer übergeschnappten Partyband - den Howlers. Ihre Spezialität war es, auf sogenannten "Frat Parties" (Parties in den Häusern der Studentenverbindungen) zu spielen. Dykes erinnert sich: "Wir hatten einen Bariton- und einen Tenorsaxophonisten. Alle beide trugen Henry Kissinger-Masken und nannten sich deshalb die Kissinger Brothers. Nicht bei jedem Stück, verstehen Sie. Manchmal traten sie als Dolly Parton und Cher auf. Sketches mit Pappfiguren aus dem Plattenladen gehörten ebenfalls zu unserem Repertoire." Auf der Bühne machten sie Pseudo-Werbung für Produkte wie Sunshine Collard Greens und Howlers' Brathähnchen - "für den altmodischen Genuß, der nach Grandma schmeckt."

Es war eine verrückte Zeit, die eine Menge Spaß gemacht hat. Die raubeinigen Howlers spielten R&B, Rock'n'Roll und gelegentlich sogar Polka und Western Swing. Zehn Jahre davor und 250 Meilen nördlich von McComb hatten Steve Cropper und Duck Dunn als Mitglieder der Mar-Keys, einer Party Band aus Memphis, in genau dieser Weise erste musikalische Erfahrungen gesammelt.

Aber eigentlich wollte Kent Dykes den Blues spielen. Inzwischen nannten ihn seine Howlers-Kollegen "Omar Overtone" weil er oft mit Feedback experimentierte und zwar nachdem er sich spontan auf den Rücken fallen ließ und sich in einer Art "Breakdance-Performance aus dem Übergrößenladen" in einem Kreis drehte. Zu solch akrobatischen Einlagen wurde er manchmal von Alkoholkonsum getrieben, gibt er augenzwinkernd zu.

1976 entschieden sich die Howlers einen großen Schritt zu wagen und sind nach Austin umgesiedelt. Die Stadt hatte sich mit Clubs wie Soap Creek Saloon, Broken Spoke, Armadillo World Headquarters und Antone's zu einer Hochburg der Indie-Szene entwickelt. "In Austin blieben wir noch ungefähr ein Jahr zusammen", erzählt Omar. "Die anderen waren aber letztendlich nicht bereit, für den Rest ihres Lebens Berufsmusiker zu sein. Sie kehrten nach Mississippi und Arkansas zurück. Ich durfte den Namen behalten. Keiner hatte irgendwas dagegen." Dykes meint, der Name Omar & the Howlers klingt deutlich besser als Kent & the Howlers. Eine solche Entscheidung kann den Unterschied zwischen Erfolg und Scheitern bedeuten.

Mit einem neuen Line-up staltete Dykes die Howlers um. Sie sollten sich sich nun rauhem und dreckigem Blues a la Howlin' Wolf und Hound Dog Taylor verschreiben - die Art Blues, die Don Van Vliet inspirierte, Captain Beefheart zu werden.

Inzwischen hatten sich in Austin auch die Fabulous Thunderbirds zusammen gefunden. Stevie Ray Vaughan, kleiner Bruder des T-Bird Gitarristen Jimmie Vaughan, hatte zusammen mit Lou Ann Barton, dem zukünftigen Double Trouble-Schlagzeuger Chris Layton und Jackie Newhouse (LeRoi Brothers) Triple Threat gegründet. Die T-Birds gingen 1979 als Erste der Szene ins Studio; Omars Debüt Big Leg Beat (1980) ließ aber nicht lang auf sich warten. Mit ihrem zweiten Album I Told You So (1984) festigten die Howlers ihren Ruf als die Lokalhelden schlechthin - vor allem entlang der berühmten Vergnügungsmeile der Sixth Street. 1985 und 1986 wurden sie in Austin zur Band des Jahres gekürt.

Ein Jahr später bekam Omar bei Columbia Records einen Plattenvertrag. Das erfolgreiche Album Hard Times in the Land of Plenty (1987), das mehr als 500,000 Mal über den Ladentisch ging, und Wall of Pride (1988) folgten. Seitdem hat Omar weitere zwölf Alben veröffentlicht. Bei jedem stehen seine markante Gitarre und unverkennbare Bariton-Stimme im Vordergrund - manche Kritiker hören in Dykes' Gesang eine Kreuzung aus klassischem Howlin' Wolf und dem warnenden Knurren eines großen Menschenaffen. Mit seinen überdimensionalen Talenten hat Omar eine internationale Fangemeinde aufgebaut und mehrere wichtige Awards sowie einen Platz in der Texas Musicians' Hall of Fame gewonnen.

Bei der Arbeit an Boogie Man, seinem letzten Studioalbum für Ruf, bat Omar mehrere Songwriter um Hilfe, die in den 27 Jahren seit seiner Umsiedlung von Mississippi nach Texas Freunde geworden waren. Zehn der elf Titel auf der auf 55-Minuten laufenden Scheibe hat er gemeinsam mit ihnen geschrieben. "Inzwischen macht mir diese Zusammenarbeit mit Songwriter-Kollegen eine Menge Spaß. Ich betrachte die Songs quasi als geschenkt. Allein fehlt mir oft die Geduld, mich hinzusetzen und Songs zu schreiben. Aber wenn man sich mit Freunden trifft, Kaffee trinkt, Witze und Geschichten erzählt, und erst danach den Song schreibt, wird es immer anders als das, was man sich vielleicht vorher ausgedacht hat."

Mit solchen Texas-Ikonen wie Ray Wyle Hubbard, Darden Smith, Alejandro Escovedo und Stephen Bruton ist das auch nicht gerade Schwerstarbeit. "Einige von ihnen hatte ich länger nicht gesehen", erklärt Omar. "Sie spielen in Bands und gehen ebenfalls auf Tour. Wenn wir uns dann sehen, reden wir viel über vergangene Zeiten. Ray Wyle kenne ich zum Beispiel mittlerweile 20 Jahre - lange war das eher oberflächlich, aber jetzt sind wir gute Freunde geworden. Früher war er genau wie ich eher mit Trinken und Feiern beschäftigt."

Neben seinen Songwriter-Kollegen holte Omar auch einige befreundete Musiker ins Studio, darunter die beiden Gitarristen Chris Duarte und Jon Dee Graham (True Believers), Chris Layton und Tommy Shannon von Stevie Ray Vaughans Double Trouble, George Rains (Sir Douglas Quintet und Studio-Drummer bei unzähligen Antone's-Sessions) und seine häufigen Mitstreiter Terry Bozzio (Missing Persons, Jeff Beck, Frank Zappa) und Malcolm "Papa Mali" Welbourne.

Über die Aufnahme zu Boogie Man erzählt Omar: "Ich war über sieben Monate auf Tour mit nur wenigen freien Tagen, die ich dann im Studio verbracht habe. Ich hätte mir gerne die eine oder andere Erholungspause gegönnt. Aber die Erfahrung, zusammen mit Freunden Songs zu schreiben und aufzunehmen, war sehr befriedigend. So ein Album wollte ich schon sehr lange machen."

Was die Zukunft betrifft: Omar wird immer wieder auf Tour gehen. "Ich spiele immer noch 150 oder 160 Shows im Jahr. Wenn man dazu noch die Reisetage anrechnet, verbringt man eine Menge Zeit weg von Zuhause. Mir kommt es so vor, als ob wir immer mit dem Flieger unterwegs sind." Zurzeit tourt Omar mit dem Bassisten Barry Bihm und dem Schlagzeuger Kevin Hall.

Oder, wie er schon bei "That's Just My Life" sang: "Von Pittsburgh runter nach Knoxville, Tennessee, ist es ein weiter Weg. Ich fahre lange Strecken, aber das ist ok für mich. Nachts findest du mich im Roadhouse, tagsüber lasse ich viele Meilen hinter mir. Der Asphalt hört nie auf, ich wurde für den Highway geboren."

Biografie Meena

Meena wurde 1977 in einem kleinen katholischen Dorf in Oberösterreich als drittes Kind eines Elektrikermeisters und einer Mutter mit einer überdurchschnittlich altruistischen Lebenseinstellung geboren. Im Sommer lief sie barfuß und im Winter wurde sie das erste mal mit drei Jahren auf Plastikschi gestellt und den Berg runter geschubst. Sie wuchs auf zwischen Kühen, Wiesen, Wald und mit ständig aufgeschrammten Knien. "Man versuchte mich sonntags in die Kirche zu nötigen, ich ging hin weil ich die Orgel so gern hörte und später in einen Ministranten verliebt war. Meine Mutter lernte mir dass die Welt groß ist, mein Vater dass man mit den Füßen am Boden bleiben muss."
Als Meena mit dem Sprechen anfing, wurde ihr auch das Singen beigebracht. Ihr Großvater spielte Zither, gemeinsam mit ihrer Mutter und Schwester sang sie dazu. Die gute alte oberösterreichische Volksmusik also. Und so lernte sie unter anderem schon früh musikalische Harmonien, verschiedene Instrumente und mehrstimmiges Singen. Mit sieben begann sie ihre ersten Lieder zu komponieren. "Musik war einfach etwas Selbstverständliches im Leben meiner Familie und deshalb weit entfernt von jeglichem Kommerz. Sie gehörte für uns dazu wie das Essen oder Schlafen."
Als Meena elf war, starb ihr Bruder, er wurde gerade mal siebzehn Jahre alt. " Er fehlt mir. Von ihm bekam ich meine erste Musikkassette, einen Sampler der späten Siebziger Jahre, am meisten begeisterte mich Jimi Hendrix´s Vodoo Chile."
Mit fünfzehn Jahren gründete Meena gemeinsam mit Chris FIllmore die erste Band. "Wir waren damals noch eine psychedelische Blues-Rock-Band und spielten auf vielen wilden Konzerten- Songs von denen jeder einzelne meistens mehr als zwanzig Minuten dauerte".
"Ich war eine pubertierende Schulverweigerin, mit dem Hang zur Revolution und getrieben von dem Gedanken die Welt zu verbessern. Später studierte ich und ging nach Mosambik um in einem Frauenhaus zu arbeiten. Ich bereiste Europa und den Norden der USA und verliebte mich in Chicago. Aus Chicago wurde Wien. Und hier unterschrieb ich meinen ersten Managementvertrag."

Inzwischen hatte sich Meenas Talent herumgesprochen. Die Selbstverständlichkeit, mit der sie auftrat, die Authentiziät ihrer Stimme und ihre beeindruckende Bühnenpräsenz hatten für Aufmerksamkeit gesorgt. "Mein Zugang zur Musik und zum Singen war ein anderer, er war und ist immer noch getrieben davon etwas sagen zu wollen- mich befreien zu wollen. Ich wollte nicht Musikerin werden -was im übrigen für meine Eltern heute noch kein Beruf ist- ich musste Musikerin werden.

Als erstes formierte Meena ihre Band. Im Laufe der Zeit stand sie mit nationalen und internationalen Musikern auf der Bühne, spielte gut und auch mal schlecht bezahlte Konzerte. Sie lernte Produzenten kennen, noch mehr Manager, Veranstalter, Co-Produzenten, Verleger und Plattenfirmenchefs. "Man versuchte aus mir eine Popsängerin, eine Rock-Queen, gar ein Tina Turner- und Janis Joplin-Double zu konstruieren. Man versuchte sogar mir das entsprechende Show-Gehabe beizubringen. Alles absolut erfolglos, so erfolglos wie der Versuch, meine wild gewordenen Locken in Form zu bringen. Und dann kam Tom Ruf und beschloss - entgegen den Maßstäben der Musikindustrie - mich auf sein Plattenlabel zu holen. Mich, eine ungezügelte Bluessängerin, welche gerade mal von den Alpen runter aufs Glatteis des Musikbusiness geschlittert war." Ruf flog Meena über den Teich ins Mekka des Blues - nach Memphis Tenessee.
"Er brachte mich und meinen Gitarristen Chris Fillmore zu Jim Gaines um unsere erste richtig offizielle CD einzuspielen. Und vom ersten Augenblick fühlte es sich für mich an, als würde ich nach Hause kommen, als hätte mein Leben 1977 ebenso dort in Stantonville beginnen können."

Biografie Luther Allison

Luther Allison, ein in Amerika geborener Gitarrist, Sänger und Songschreiber, der bis 1980 in Frankreich lebte, war der Mann, der von den Blues Festivals der 90er Jahre gebucht wurde. In seinen Mittfünfzigern entzückte er auf der ganzen Welt Club- und Festivalpublikum mit seinen langen, schweißgebadeten, hochenergischen Auftritten, vollendet von grellem Gitarrenspiel und seiner gefühlvollen Stimme. Seine grenzenlose Energie, kombiniert mit harter Gitarrenoffensive, machten Luther Allison zum Favoriten unter Blues- und Rockfans gleichermaßen.
Seine Karriere umspannte fünf Jahrzehnte und während er letzten zehn wuchs Allisons Popularität geradezu exponentiell- eine großartige Blues-Comeback-Geschichte. Er setzte das Touren und die Aufnahmen ununterbrochen bis zu seinem Tod, 1997, fort.

"Mein Blues hat mich um die Welt geführt, von Chicago nach Berlin, von Tokio nach Paris, es war für mich nie von Bedeutung welche Farbe deine Haut hat oder in welchem Land du lebst, solange wir das Gefühl teilen, das ich den Blues nenne und Freunde werden."

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