Biografie Dani Wilde

Die junge britische Blues&Soul-Sängerin DANI WILDE trat das erste Mal im Alter von 17 Jahren in der Öffentlichkeit in Erscheinung, als sie zusammen mit Maddie Prior von britischen Folk-Rock-Band Steeleye Span auftrat. Schon als Kind hörte sie die Künstler aus der Schallplattensammlung Ihres Vaters, welche von Bob Marley bis Motown bzw. von Stax bis Chess Records reicht, rauf und runter und träumte davon eigene Songs zu schreiben, zu singen und aufzutreten.

DANI wuchs in Huillavington in Wiltshire in der Nähe von Chippenham nur wenige Türen von dem bekannten Jazzkünstler Jamie Cullum entfernt auf. Da, wie DANI selbst sagt, da Jamie einige Jahre älter als sie ist, kann selbst sie sich nicht mehr an ihn aus der Schulzeit erinnern. Aber sie bewundert, wie es Jamie gelungen ist, eine so wenig kommerzielle Musikrichtung wie den Jazz einem breiten Mainstreampublikum zugänglich zu machen. Und sie hofft, das ihr dies eines Tages mit dem Blues gelingt.

Im Alter von 18 Jahren zog DANI nach Brighton, wo sie innerhalb von drei jahren Ihren Bachelor of Arts erlangte und mit Auszeichnung abschloss, während sie nebenbei auch weiterhin als Künstlerin auftrat. 2006 wurde sie von Christopher Holland , dem jüngeren Bruder von Jools Holland, entdeckt. Eines führte dann zum anderen und so eröffnete Dani noch im gleichen Jahr zu Weinachten das Konzert von Jools Holland in der Royal Albert Hall in London.

Die Nachrichten über DANIs wunderbarer Stimme, ihres exzellenten Gitarrenstils und ihres rasch wachsenden Erfolgs erreichten dann auch bald RUF RECORDS in Deutschland, und so nahm man sie dort schon im September 2007 unter Vertrag. DANI erinnert sich: " Als mich RUF unter Vertrag nahm, erfüllte sich ein Traum für mich. Mehr als alles andere hatte ich mir erhofft und gewünscht, den Fußspuren von solch erfolgreichen Blues-Frauen des zeitgenößischen Blues wie Susan Tedeschi und Shemekia Copeland folgen zu können. Und Thomas Ruf gab und gibt mir die Gelegenheit dazu!"

Im Januar 2008, zeitgleich mit der Veröffentlichung ihres Debut-Albums "Heal My Blues" , ging DANI mit dem Blues Caravan in Europa und Amerika auf Tour. Hier hatte sei dann die Gelegenheit allabendlich mit Ihren Idolen Sue Foley, Candye Cane und Deborah Coleman gemeinsam als gleichberechtigtes Mitglied des Blues Caravan auf der Bühne zu stehen. Im Anschluß daran ging sie dann als Support mit Candye Cane und Robben Ford noch mal in Amerika auf Tour um direkt danach mit Ihrer eigenen Band als Headliner auf Europa-Tour zugehen."Mit meinen Debut-Album "Heal My Blues" auf Tour zu gehen war eine wundervolle und lehrreiche Erfahrung für mich. So entdeckte ich auf den Eintrittskarten meinen Namen neben den meiner Idole, wie z.B. Koko Taylor, und das bei einigen der größten Festivals weltweit... Welch eine unglaubliche Ehre für mich!"

Durch hervorragende Kritiken für "Heal My Blues" in den Zeitungen und Zeitschriften von Blues Matters, über Classic Rock bis zu der Times, und dadurch das Ihre Songs aus diesem Album regelmäßig auf BBC Radio 2 gespielt werden, hat DANI sich zu einer noch bekannteren Künstlerin entwickelt. Und damit diese Entwicklung weiter fortgeführt wird, war DANI im März diesen Jahres erneut im Studio, um Ihr zweites Album mit dem Titel "Shine" für RUF RECORDS einzuspielen. Und dieses Album, welches von dem legendären Britsh-Blues Produzenten Mike Vernon produziert wurde, zeigt DANIs Können in seiner gesamten musikalischen Bandbreite auf wunderschöne Weise. "Mit Mike Vernon zusammen zu arbeiten war eine unglaubliche Erfahrung. Er sprüht geradezu vor Kreativität und hat dabei ein so außergewöhnliches Talent, das Beste aus einem Künstler herauszuholen, das man sein mitwirken garnicht genug betonen kann. Ich wollte, das mein Gesang auf dem neuen Album wirklich optimal zu den Songs klingt, und aus der Sicht Songwriting und Produktion wünschte ich mir einen ebenso optimalen Mix meiner Blues und Soul-Wurzeln mit noch mehr zeitgenössischen Einflüßen, wie zum Beispiel bei Alanis Morrisette und Joss Stone. Und ich denke, zusammen haben wir das wirklich geschafft so umzusetzen und ein wunderbares Album zu schaffen." Unterstützt wurde DANI bei diesen Aufnahmen übrigens vom Pianisten und der Bläsergruppe Van Morissons.

"Shine" wird im August 2010 veröffentlicht werden., und DANI startet direkt im Anschluß daran Ihre dazugehörige Tour durch Großbritannien und Kontinental-Europa. Und dann in 2011 mit Ruf's Blues Caravan weltweit auf Tour zu gehen. Doch bis es soweit ist, setzt DANI in der zwischenzeit Ihre Whohltätigkeitsarbeit in Embu, Kenia fort.

Biografie Dana Fuchs

Im Juli 2013 bei Ruf Records veröffentlicht ist Bliss Avenue Danas bisher ehrlichstes und entschlossenstes Album. Wiederum in Zusammenarbeit mit ihrem Wingman und Gitarristen Jon Diamond entstanden sind dies nicht nur Songs, die einfach niedergeschrieben wurden, sondern aus ihrem tiefsten Inneren kommen, ohne Lack oder Glasur. „Wenn auch nur eine Zeile hingeworfen oder zu perfekt klingt, muss sie noch einmal geschrieben werden“, sagt Dana. „Jedes Wort muss die Stimmung des Songs ausdrücken oder niemand wird es wirklich verstehen können.“
Das Ergebnis ist ein Einblick in das Weltbild der Sängerin, der alles einschließt vom tragischen Verlust ihres geliebten Bruders bis hin zur Einsamkeit eines Lebens auf Tour. „Ich bin aufgeregt und freue mich für die Fans Bliss Avenue zu hören, vor allem für die, die schon solange dabei sind“, erklärt Dana, „denn ich habe wirklich meine Seele in den Texten und der Musik entblößt.
„Ich wurde sehr emotional, bis an den Rand der Tränen,“ gesteht sie, „einige dieser Melodien gehen mir persönlich sehr nahe wie So Hard To Move, Bliss Avenue, Long, Long Game und Vagabond Wind. Ich möchte, dass das Album die Menschen in einer Weise berührt, die sie mit in die Musik einschließt. Nicht nur ‚Hier ist meine Welt und meine Geschichte‘, sondern eher ‚Hier ist meine Geschichte, kannst du es nachempfinden…?“    
Das kann man. Es ist fast unmöglich, nicht von den Songs von Bliss Avenue und ihrer Interpretation eingenommen zu werden. Angeführt von Danas Rauch- und Honigstimme sind diese zwölf neuen Songs auch eine Art Werbekampagne für einige der besten Musiker der US-Szene: mit Diamonds Powerhouse Gitarre, die Intelligenz und Groove mitbringt, Jack Daleys seismischem Bass, Glenn Patscha, dem Zauberer am Hammond, Wurlitzer und Piano, Schlagzeuggott Shawn Pelton – und den stimmungsvollen Backgroundvocals von Tabitha Fair und Nicki Richards.
Die Tracklist dieses musikalischen Dreamteams bezieht Einflüsse aus verschiedensten Musikrichtungen, wozu auch Soul, Roots, Blues und Southern Rock gehören. „Mir war klar, dass man die besten Musiker braucht, um seine Vision zu realisieren“, erklärt Dana. „Es ist ein solch großes Gemeinschaftsprojekt.“
Bis Bliss Avenue war es ein langer Weg. Als jüngstes von sechs Kindern wuchs Dana im ländlichen Florida auf. Prägende Einflüsse gab es damals an fast jeder Ecke: vom Heavy Rock, den ihre Geschwister in der Garage spielten, über die Platten von Ray Charles und Hank Williams ihrer Eltern bis zum Funk der 70er und 80er Jahre auf dem Schulhof.
Selbst damals war Danas musikalischer Appetit unersättlich und als ihre Rolle als Frontfrau einer lokalen Band nicht mehr genügte, berichtete sie ihrer Familie und Freunden von ihren Plänen New York zu erobern. Es war ein mutiger Schritt – und schien kurzzeitig auch ein dummer gewesen zu sein, als sie mit 19 Jahren ums Überleben auf Manhattans Lower East Side kämpfte – aber die Tragödie um den Selbstmord ihrer älteren Schwester Donna hatte einen elektrisierenden Effekt und sie eroberte die Blues-Jam Szene der Stadt im Sturm.
Es war in einer dieser Jam-Nächte, in der das Schicksal Dana zum ersten Mal auf Diamond treffen ließ: ein etablierter NYC-Musiker, der bereits mit Joan Osborne auf Tour war. Da sie musikalisch sofort auf einer Wellenlänge lagen, gründeten sie zusammen die Dana Fuchs Band, die die Musikfans begeistert in die Clubs New York Citys kommen ließ.
Von Danas Talent war auch bald am Broadway zu hören und nachdem sie zu einer Audition von den Produzenten des Janis Joplin Hitmusicals Love, Janis eingeladen worden war und ein paar Takte von Piece Of My Heart angesungen hatte, war klar, dass die Hauptrolle feststand. Vier Nächte in der Woche Janis Joplin zu spielen entwickelte sich zu einer effektiven Werbemaßnahme für Dana, die dadurch von Regisseurin Julie Taymor entdeckt wurde und ihr die Rolle als Sadie in Sonys gefeiertem Beatlesfilm Accross The Universe einbrachte. Mit ihrer Stimme auf dem mit Platin ausgezeichneten Soundtrack zog die Dana Fuchs Band nun auch ein völlig neues Publikum in die Clubs, das ihren Namen wiederum verbreitete.
Ihre Debut-CD Lonely For A Lifetime veröffentlichte die Band im Jahr 2003 und sowohl Presse als auch Fans zeigten sich sehr offen für ihren Sound, der sich den Vibes der 60er Stax/Volt R&B, Lucinda Williams und der Rolling Stones bedient, während die Lyrics eher Einflüsse von Tom Waits und Bob Dylan durchblicken lassen.
Es war ein wirklich toller Start, aber selbst Lonely For A Lifetime wurde vom 2011er Love To Beg noch getoppt. Mit noch stärkeren Songs und besseren Performances schaffte es dieses Album auch international für Furore zu sorgen. Englands Classic Rock Magazin krönte es zum Bluesalbum des Monats, R2 attestierte ihr Talent, das kurz vor der Explosion stehe, und Fans weltweit erkannten, dass es in einer Welt der Castingshows eine Band gibt, die noch echte Musik macht.
Also wie soll man daran anknüpfen…? Ganz einfach, mit Bliss Avenue: ein drittes Album, das nach den Sternen greift, die hohen Erwartungen der Fans erfüllt und den Blues verkörpert, während es ihn gleichzeitig herauszufordern scheint. „Obwohl das Album eher düster wirkt, bin ich gerade an einem ganz und gar nicht düsteren Ort“, erklärt Dana. „Im Gegenteil, es ist eher ein hoffungsvoller Ort für Musik, Spiritualität und die Menschheit. Oftmals muss man in die Tiefen der Seele schauen, um das Licht sehen zu können…“

Biografie Colosseum

Der Name klingt bombastisch, und tatsächlich sind COLOSSEUM so etwas wie Saurier in der Geschichte der Rockmusik: ein Zusammenschluss von ungeheuer virtuosen Solisten,dabei trotzdem mit einem geschlossenen, kompakten Sound und in den verschiedenen Konstellationen musikalisch stets sehr innovativ. Die beiden ersten Alben, "Those Who

Are About To Die Salute You" und "Valentyne Suite", beide 1969, erreichten die Top 20 in den britischen Album-Charts. Gegründet wurde die Band 1968 von Schlagzeuger Jon Hiseman und dem Saxophonisten Dick Heckstall-Smith zusammen mit dem Organisten Dave Greenslade, dem Bassisten Tony Reeves und dem Gitarristen/Sänger James Litherland. Hiseman und Heckstall-Smith lernten sich 1967 in der GRAHAM BOND ORGANIZATION (mit Ginger Baker später Cream) kennen und stießen dann zu JOHN MAYALL´S BLUESBREAKERS (mit Mick Taylor später Stones), um die Studio-LP "Bare Wires" einzuspielen. Dieses erste COLOSSEUM line up war Teil des legendären Rock Movies SUPERSESSION mit Eric Clapton, Buddy Guy, Stephen Stills, Buddy Miles & Led Zeppelin.

Der eigentliche Kopf der Band war Schlagzeuger Hiseman - sein musikalischer Werdegang prägte auch die Stilvielfalt von COLOSSEUM: Er kam eigentlich vom Jazz, hatte aber auch Erfahrungen in Sachen Blues und Rock gesammelt und brannte darauf, komplexe musikalische Ideen mit einer Gruppe von handwerklichen Könnern umzusetzen. Was ihm auch gelang: Kritiker äußerten sich begeistert über das Plattendebüt, insbesondere über das Zusammenspiel raffinierter Bläsersätze mit der virtuosen, aber dabei ungeheuer kraftvollen Rhythmusmaschinerie. Beim Publikum kam zunächst das zweite Album ("Valentyne Suite", 1969) am besten an & COLOSSEUM schaffte es, sich einen Ruf als hervorragender und innovativer Live-Act aufzubauen. Anfang 1970 ging Litherland zu MILLION und Reeves zog sich wieder auf seinen Posten als Produzent zurück, diesmal für Sandy Denny und John Martyn. Hiseman ersetzte sie durch den früheren BAKERLOO-Gitarristen Dave 'Clem' Clempson, den Bassisten Mark Clarke und verpflichtete einen professionellen Sänger: Chris Farlowe. Farlowe galt als prominenter Vertreter der britischen Rhythm'n'Blues-Szene & hatte schon 1966 einen Nummer-Eins-Hit mit dem ROLLING STONES-Song "Out Of Time".

In dieser Besetzung, verstärkt durch Barbara Thompson, Hisemans Lebensgefährtin und hervorragende Jazz-Saxophonistin, nahmen COLOSSEUM 1970 die dritte LP, "Daughter of Time" auf - es sollte die letzte Studio-LP werden. Denn ein knappes Jahr später, im Oktober/November 1971 ließ sich diese Band von Solo-Virtuosen nicht länger zusammenhalten. Clempson ging als Nachfolger von Peter Frampton zu HUMBLE PIE; Farlowe widmete sich - nach einem Zwischenspiel bei ATOMIC ROOSTER - weiter seiner Solokarriere; Greenslade gründete eine Band unter eigenem Namen & Heckstall-Smith zog ebenfalls eine eigene Band auf. Clarke und Hiseman gründeten mit Sänger Paul Williams (Ex-Zoot-Money-Band) und Gitarrist Allan Holdsworth, der später zu SOFT MACHINE gehen sollte, TEMPEST.

Praktisch gleichzeitig mit dem Split der Band kam allerdings noch ein Doppelalbum auf den Markt, das man sicherlich auch heute noch getrost als ein Juwel der Rockgeschichte bezeichnen kann: "Colosseum Live"

Zusammengestellt wurde es aus Aufnahmen von zwei Konzerten vom März 1971 in Brighton bzw. Manchester. Die sechs Stammusiker von "Daughter Of Time" sind in Höchstform zu hören: "Lost Angeles" und "Skelington", die jeweils eine Plattenseite füllen, sowie die Zugabe eines der Konzerte, der "Stormy Monday Blues", gehören als Klassiker der Rockmusik eigentlich in jeden Plattenschrank - es gibt kaum andere Aufnahmen aus der damaligen Zeit, die anschaulicher die wechselweise sich befruchtende Spielfreude virtuoser Solisten in einem komplexen Gruppenzusammenhang dokumentieren. Hiseman brachte Anfang 1972 noch eine authorisierte Best-Of-Zusammenstellung heraus ("Collector's Colosseum") und widmete sich dann seiner neuen Band, TEMPEST. 1975 versuchte er mit COLOSSEUM II den alten Geist wiederzubeleben: Zum Line-Up gehörten diesmal der ehemalige SKID ROW- und THIN LIZZY- Gitarrist Gary Moore, Sänger Mike Starrs, Keyboarder Don Airey und Bassist Neil Murray. In dieser Besetzung spielte man 1976 "Strange New Flesh" ein, ein Album das trotz der stärkeren Hardrock-Einflüsse, die vor allen Dingen von Moores Kompositionen in die Band gebracht wurden, immer noch dem alten COLOSSEUM-Sound relativ nahe kommt. Ende '76 ging Starrs zu LUCIFER'S FRIEND und Murray wurde von John Mole ersetzt. 1977 kamen noch zwei Alben, "Electric Savage" und "Wardance", beide rocklastig, aber jazzbeeinflusst auf den Markt. 1978 ging Moore zu THIN LIZZY zurück, für ihn kam Aireys Bruder Keith; Ende des Jahres, als Don Airey mit Richie Blackmore von DEEP PURPLE RAINBOW aufmachte, war es mit COLOSSEUM II endgültig vorbei. Hiseman gründete mit seiner Frau Barbara Thompson bereits 1975 das UNITED JAZZ AND ROCK ORCHESTRA, in ihrer Jazzformation PARAPHERNALIA spielt er seit 1979. Beide arbeiteten außerdem auch noch mit Leuten wie Johnny Dankworth und Andrew Lloyd Webber zusammen.

1994 reformierte sich die Formation in der ´klassischen´ "Colosseum Live"- Besetzung von 1971 und präsentierte seither ihr Programm mit großem Erfolg auf zahlreichen Festivals und Europa-Tourneen, flankiert durch ihre Veröffentlichungen "The Reunion Concerts 1994", "Bread And Circusses" (1997), "Tomorrows Blues" (2003) & "LIVE ´05" (2007). Für den im Dezember 2004 verstorbenen Saxophonisten Dick Heckstall-Smith spielt Barbara Thompson das Saxophon. (Quelle: MUNZINGER ARCHIV)

Vom 20.10. - 14.11. 2010 sind Colosseum mit neuer LIVE-CD wieder auf Tournee durch Deutschland, Österreich, Schweiz, Ungarn & Tschechien und im Sommer auf einigen Festivals zu sehen.

Biografie Coco Montoya

Geboren am 2. Oktober 1951, wuchs Henry »Coco« Montoya Ende der 1950er und Anfang der 1960er in Südkalifornien auf. Von früh an war er in die Musik versunken. Ob nun seines Vaters Big-Band-Platten, die Rock'n'Roll-Scheiben seiner älteren Geschwister oder der Doo-Wop-Sound aus dem Radio, der junge Coco empfing alles mit offenen Ohren. Zur selben Zeit entwickelten englische Musiker wie John Mayall und Eric Clapton ihre eigenen Bluesstile. »Als ich Eric Clapton zum ersten Mal in ›Hideaway‹ gehört habe, war das meine Umerziehung zum Blues.«
Als Teenager entdeckte er die Gitarre als dringend benötigtes Mittel, seine inneren Stimmungen auszudrücken. »Ich weiß noch, wie ich mich in jungen Jahren gequält habe, mich mitzuteilen. Mit der Gitarre habe ich den Weg gefunden, mein Innerstes zu äußern.« Doch zuerst stieg er als Schlagzeuger für örtliche Rockgruppen auf die Bühne.
Wie man den Blues spielt, zeigte dem Jüngling dann Albert King. »Ich bin zu einem Konzert mit Iron Butterfly und Creedence Clearwater Revival, und zwischendrin spielte ein Typ namens Albert King. Er hat seine Gitarre in die Hand genommen, ›Watermelon Man‹ gespielt und mein ganzes Leben verändert. Da habe ich zum ersten Mal Musik aus dem Herzen gehört.«
Montoya ist ein selbstgelernter Griffbrettakrobat, dessen emotionsgeladenes Spiel nur wenige Saitenkünstler draufhaben. Während er als Linkshänder genau wie Albert King ein Instrument mit Standardbespannung praktisch verkehrt herum spielt, nämlich mit den tiefen Saiten unten und den hohen oben, entstammt seine Technik den Jahren mit Collins.
»Ich hatte nie Unterricht. Ich habe mir stets andere Gitarristen angeschaut und mir alles abgeguckt. Immer habe ich auf diesen einen Moment gewartet, bis es soweit war; und dann habe ich nur noch gestarrt und mir ihre Hand- und Fingerstellung zu merken versucht. Die Leute fragen danach, ob ich bei Albert Unterricht genommen habe. Es war mehr ein gemeinsames Rumhängen in Hotelzimmern. Wir haben uns jeder eine Gitarre geschnappt und einfach nur gespielt. Gelernt habe ich durch bloßes Hinhören. Ich spiele es einfach so, wie ich es höre. Er hat immer gesagt: Denk nicht drüber nach, spür's einfach. Er hat mir beigebracht, mein inneres Kraftfeld anzuzapfen. Ich kenne nicht alle Licks dieser Welt, aber ich kenne die, mit denen ich Fröhlichkeit, Traurigkeit oder sonstige Emotion ausdrücken kann.«


Ein Herz für die Welt

Von 1976 bis 1984 hatte Montoya ein bisschen die Lust an der Musik verloren und als Barkeeper gejobbt, um zu überleben. 1984 feierte sein zweiter Mentor John Mayall seinen Geburtstag in der Kneipe, in der Montoya gerade auftrat. Seine aus der Hüfte kommende Version von ›All Your Love‹ ließ Mayall aufhorchen. Coco Montoya durfte seine Strat einpacken und bei den Bluesbreakers den Spuren von Eric Clapton, Peter Green und Mick Taylor folgen. »Ich würde heute was völlig anderes machen, wenn John Mayall mich nicht angerufen hätte.«
Nach drei Platten mit Mayall und als Mitglied der Bluesbreakers befand Coco Montoya 1993, dass es an der Zeit sei, mit den Lektionen seiner beiden musikalischen Väter eine Solokarriere zu gestalten. In den frühen 1990ern unterschrieb er bei Blind Pig Records und veröffentlichte drei bejubelte CDs: Gotta Mind To Travel, Ya Think I'd Know Better und Just Let Go.
Während seiner Zeit bei Blind Pig erhielt er nationale Anerkennung, indem er 1996 bei den Blues Music Awards der Blues Foundation als bester neuer Blueskünstler ausgezeichnet wurde.
2000 schaltete er mit seiner Musik einen Gang höher und unterschrieb bei Alligator Records, dem Top-Blues-Label des Landes. Drei weitere herausragende Platten erschienen von ihm: Suspicion, Can't Look Back und 2007 schließlich Dirty Deal.
2009 hat Coco Montoya eine neue Heimat in der Alten Welt gefunden. Europas führendes Blues-Label Ruf Records hat den Gitarrengiganten unter Vertrag genommen und ist im Begriff, Montoyas Herz einem Weltpublikum zu präsentieren. I Want It All Back war sein Debut bei Ruf Records 2009, now, in 2014 he releases his live double CD set Songs From The Roads.

Biografie Bob Brozman

Bob Brozman, geboren 1954 in New York, bereist seit Jahrzehnten die fünf Kontinente als Musiker und Musik-Ethnologe. Nach seinem Debüt „Blue Hula Stomp“ (1981) veröffentlichte er mehr als 20 Alben. Sein 2007 erschienener „Post-Industrial Blues” (Ruf 1133) wird wegen ihrer Klangqualität von Hifi-Profis gerne als Test-CD verwendet. Alben, auf denen Bob Brozman mitwirkte, landeten regelmäßig in den European Top Ten for World Music. Die Leser der „Guitar Player“ wählten ihn mehrfach zum besten Gitarristen in den Sparten „Blues“, „Weltmusik“ und „Slide Guitar“.

Bob Brozman gehört zu den Gründern der “International Guitar Seminars”, die jedes Jahr von mehr als 120 Studenten in Kalifornien,New York und Kanada besucht werden. Außerdem arbeitete er als außerordentlicher Professor in der Abteilung für zeitgenösssiche Musikstudien der Macquarie University im australischen Sydney,

Als Musiker ist Bob Brozman vor allem bekannt wegen seiner Arbeit mit Resonator-Gitarren (auch bekannt als „Dobro“) aus den 1920er/-30er Jahren der Firma „National“. Zum aktuellen Sortiment dieses Gitarren-Herstellers gehört eine Bariton-Gitarre, die gebaut wird nach den Design-Vorgaben von Bob Brozman.

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